Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Nollop ist eine kleine Insel, die den Namen ihres berühmtesten Sohnes trägt: Nevin Nollop, Schöpfer eines berühmten Pangramms, das den Inselbewohnern heilig ist. Nach Nollops Tod errichten die Nollopier ihrem Helden ein Denkmal, dessen Sockel der legendäre Satz auf Kachelfries ziert. Bis eines Tages das "Z" herunterfällt. Der Hohe Rat der Gemeinde sieht darin ein Zeichen Nollops aus dem Jenseits und stellt die weitere Verwendung des gefallenen Buchstabens unter Todesstrafe. Noch bevor sich die Inselbewohner vom ersten Schock erholt haben, lösen sich weitere Buchstaben, deren Verwendung ebenfalls strengstens verboten wird. Die kleine Gemeinde sieht sich auf diese Weise zusehends ihrer Sprache beraubt und taumelt ins Verderben ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.07.2004
Rezensent Christoph Schröder empfiehlt dem Leser, sich diesem Buch - um daran wenigstens ein bisschen Spaß zu haben - nicht als Roman zu nähern, sondern darin ein Spiel mit der Sprache zu sehen. Dieser "Zugang setzt das Einverständnis mit dem Umstand voraus, dass Literatur auch reine Sprache sein kann, eigensinnig und weit abseits von erzählerischem Realismus." Handlungsort ist eine Inseldiktatur, wo den Bewohnern unter Strafandrohung verboten ist, bestimmte Buchstaben des Alphabetes zu benutzen. Schröder ist eigentlich ganz angetan von der Idee, "die irrationale Ausprägung eines diktatorischen Systems in der Sprache zu verankern", doch seiner Meinung nach macht Autor Marc Dunn nichts aus diesem Potenzial. Er ist seiner Meinung nach "in seinem nur scheinbar anarchischen, in Wahrheit aber streng geordneten System gefangen, das nur Absurditäten zu produzieren in der Lage ist, dass die möglicherweise intendierte Kritik an einer willkürlich installierten Ideologie verloren geht". Vor allem von der Wendung, welche die Erzählung zum Schluss hin nimmt, ist der Rezensent überhaupt nicht begeistert - da kippt das Buch seiner Meinung nach ins Alberne. Besondere Erwähnung ist Schröder aber die Übersetzungsleistung des Autors und Lyrikers Henning Ahrens, der aus diesem Buchstabenchaos "einen bis in die kleinsten Verästelungen seines komplizierten Systems schlüssigen Text gebaut hat".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2004
Keinen Gefallen gefunden hat Martin Z. Schröder an Mark Dunns "Vermächtnis", das zwar unter der Rubrik Roman firmiert, seines Erachtens aber nicht mal die Bezeichnung "literarischer Text" verdient. Denn "Nollops Vermächtnis" sei pures Sprachspiel, behauptet Schröder, das einer relativ schlichten Konstruktion gehorche, dass nämlich auf Geheiß eines imaginären Diktators - eben "Nollops Vermächtnis" - die Buchstaben nach und nach aus der Sprache zu verschwinden haben. Eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte, aber eine reizvolle Aufgabe für den Übersetzer, vermutet der Rezensent. Also gibt es großes Lob für Henning Ahrens , der sich viele Ausweichformulierungen einfallen lassen musste. Das ist eine Zeit lang ganz nett, verrät Schröder, doch irgendwann werde dieses Spiel zäh und langweilig. Er vergleicht den so genannten Roman des New Yorker Dramatikers Dunn mit einem Wochenendbeilagenrätsel, dem man sich als Denksport unterziehe, aber wohl kaum aus Lust an der Sprache oder gar einer plausiblen Geschichte, die es in diesem Fall auch gar nicht gebe.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







