Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Georg Simmel
Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20
Postume Veröffentlichungen. Schulpädagogik
Klappentext
Die Schulpädagogik ist Simmels einzige Abhandlung pädagogischer Fragen; sie war nicht an theoretische Interessen geknüpft, sondern wollte der pädagogischen Praxis selbst dienen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.02.2005
Dass der berühmte Kulturphilosoph und Soziologe Georg Simmel im Rahmen seiner Professur für Philosophie und Pädagogik auch als Pädagoge in Erscheinung trat, ist weitgehend unbekannt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Simmels letztes Buch "Schulpädagogik", das nun als 20. Band hat in der "vorbildlichen" Simmel-Gesamtausgabe erschienen ist, hat nach Auskunft von Rezensent Jürgen Oelkers weder in der Lehrerbildung, noch deutschen akademischen Pädagogik Spuren hinterlassen. Oelkers beurteilt Simmels "Schulpädagogik" dann auch wenig schmeichelhaft. "Disparat" findet er sie und ohne "konsequenten Aufbau". Sie reihe unterschiedliche Themen aneinander und vertrete keine Theorie, die sich in der zeitgenössischen Reformpädagogik hätte positionieren lassen. Kurz: Simmels "Schulpädagogik" ist "abseits der Profession geschrieben". Trotzdem hält Oelkers das Buch für "interessant", und zwar wegen seiner "Einsichten unterwegs im Text". So kritisiere Simmel etwa die Welle der Experimentalpsychologie auf pädagogischem Feld, die außer dem Intelligenztest wenig zur Schulentwicklung beigetragen habe, und er rücke die Tätigkeit des Schülers in den Mittelpunkt des Unterrichts. "Luzide" findet der Rezensent schließlich Sätze, die davon ausgingen, dass im Rahmen von Schulleistungen "keineswegs die Begabungen des Schülers hervortreten können", weil Leistungen in der Schule für gewöhnlich nichts mit Begeisterung, Interessiertheit oder Geistesgegenwart zu tun hätten.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2004
Jürgen Kaube beschränkt sich in seiner Besprechung auf die Behandlung eines der Texte, die sich in diesem Band mit Texten von Georg Simmel finden, auf die "Schulpädagogik". Es handelt sich dabei um eine im Botanischen Institut der Universität Straßburg gehaltene Vorlesung aus dem Winter 1915/16 - die hier nun, im Rahmen der Gesamtausgabe von Simmels Schriften, zusammen mit Stücken über Freiheit, Kunst, Liebe und Goethe sowie kleinen Erzählungen Simmels noch einmal herausgekommen ist. Der Rezensent lobt die "Schulpädagogik" als eines der ganz, ganz raren Beispiele für eine auch "für Lehrer informative Erziehungswissenschaft". Zwei Dinge seien es vor allem, so Kaube, die Simmels Pädagogik "so brauchbar" machten. Zum einen ihr Sinn für die "in Spannung zueinander stehenden Aufgaben des Unterrichts, die durch keinen didaktischen Trick der Welt einer glatten Lösung zugeführt werden können". Kaube nennt, kurz gesagt: Wissensvermittlung, Individualitätsentwicklung und Lebensvorbereitung. Und zum Zweiten spreche Simmel von Problemen, "die sich Erziehern wirklich stellen". Das allerschönste aber sei, so Kaube, dass Simmels Darlegungen geeignet seien, "den Lehrer stolz auf seinen Beruf zu machen und ihm Freude daran zu vermitteln."
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








