Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Georg Simmel

Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20

Postume Veröffentlichungen. Schulpädagogik

Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN-10 3518284207
ISBN-13 9783518284209
Kartoniert, 640 Seiten, 19,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Die Schulpädagogik ist Simmels einzige Abhandlung pädagogischer Fragen; sie war nicht an theoretische Interessen geknüpft, sondern wollte der pädagogischen Praxis selbst dienen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.02.2005

Dass der berühmte Kulturphilosoph und Soziologe Georg Simmel im Rahmen seiner Professur für Philosophie und Pädagogik auch als Pädagoge in Erscheinung trat, ist weitgehend unbekannt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Simmels letztes Buch "Schulpädagogik", das nun als 20. Band hat in der "vorbildlichen" Simmel-Gesamtausgabe erschienen ist, hat nach Auskunft von Rezensent Jürgen Oelkers weder in der Lehrerbildung, noch deutschen akademischen Pädagogik Spuren hinterlassen. Oelkers beurteilt Simmels "Schulpädagogik" dann auch wenig schmeichelhaft. "Disparat" findet er sie und ohne "konsequenten Aufbau". Sie reihe unterschiedliche Themen aneinander und vertrete keine Theorie, die sich in der zeitgenössischen Reformpädagogik hätte positionieren lassen. Kurz: Simmels "Schulpädagogik" ist "abseits der Profession geschrieben". Trotzdem hält Oelkers das Buch für "interessant", und zwar wegen seiner "Einsichten unterwegs im Text". So kritisiere Simmel etwa die Welle der Experimentalpsychologie auf pädagogischem Feld, die außer dem Intelligenztest wenig zur Schulentwicklung beigetragen habe, und er rücke die Tätigkeit des Schülers in den Mittelpunkt des Unterrichts. "Luzide" findet der Rezensent schließlich Sätze, die davon ausgingen, dass im Rahmen von Schulleistungen "keineswegs die Begabungen des Schülers hervortreten können", weil Leistungen in der Schule für gewöhnlich nichts mit Begeisterung, Interessiertheit oder Geistesgegenwart zu tun hätten.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2004

Jürgen Kaube beschränkt sich in seiner Besprechung auf die Behandlung eines der Texte, die sich in diesem Band mit Texten von Georg Simmel finden, auf die "Schulpädagogik". Es handelt sich dabei um eine im Botanischen Institut der Universität Straßburg gehaltene Vorlesung aus dem Winter 1915/16 - die hier nun, im Rahmen der Gesamtausgabe von Simmels Schriften, zusammen mit Stücken über Freiheit, Kunst, Liebe und Goethe sowie kleinen Erzählungen Simmels noch einmal herausgekommen ist. Der Rezensent lobt die "Schulpädagogik" als eines der ganz, ganz raren Beispiele für eine auch "für Lehrer informative Erziehungswissenschaft". Zwei Dinge seien es vor allem, so Kaube, die Simmels Pädagogik "so brauchbar" machten. Zum einen ihr Sinn für die "in Spannung zueinander stehenden Aufgaben des Unterrichts, die durch keinen didaktischen Trick der Welt einer glatten Lösung zugeführt werden können". Kaube nennt, kurz gesagt: Wissensvermittlung, Individualitätsentwicklung und Lebensvorbereitung. Und zum Zweiten spreche Simmel von Problemen, "die sich Erziehern wirklich stellen". Das allerschönste aber sei, so Kaube, dass Simmels Darlegungen geeignet seien, "den Lehrer stolz auf seinen Beruf zu machen und ihm Freude daran zu vermitteln."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren