Verprassen wir unser Erbe? Verhalten wir uns wie "Zukunftsdiebe", die die Lebenschancen ihrer Kinder verspielen? Droht ein "Krieg der Generationen", weil die Alten auf Kosten der Jungen leben? Nichts davon wird Wirklichkeit! Das staatliche Sozialsystem mag erschüttert und der Generationenvertrag alter Prägung überholungsbedürftig sein - der Generationenpakt auf familiärer Basis aber lebt. Der Autor weist nach: Jung und Alt kooperieren mehr, als dass sie sich bekämpfen. Beide brauchen einander. Und beide profitieren auch voneinander.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004
Der Zusammenbruch des Kommunismus ist zwar nach Ansicht von Horst W. Opaschowski nichts gegen die demografische Zwickmühle, doch Opaschowski hat trotzdem eine "faktenreiche, positiv lautende Antwort" auf die demografische Herausforderung gefunden, schreibt Rezensent Gerd Habermann. Demnach blühe uns nicht ein "Krieg der Generationen", sondern eine wahrlich "freundlichere Perspektive", nämlich eine "vertikale Solidarität" zwischen Generationen, und das innerhalb einer Erstarkung der "Mehr-Generationen-Familie", die - da schaffe der Autor einen weitverbreiteten Mythos aus der Welt - in der Vergangenheit niemals die mehrheitliche Familienform ausmachte, schon aufgrund der geringeren Lebenserwartung. Langfristig rechne Opaschowski mit einer "Umwertung der Werte", die das Kinderkriegen (in der Solidaritätskette) notwendig und daher wieder attraktiv machen werde. Zwar stellt dieses Buch für den Rezensenten "schriftstellerisch keine Meisterleistung" dar und krankt auch stellenweise an Wiederholungen, so ist es in seinen Augen doch wert, sorgfältig gelesen zu werden.
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