Als Ergebnis der Außenminister-Konferenzen der Sechs und der Neun Mächte im August, September und Oktober 1954 wurden am 23. Oktober 1954 die sog. Pariser Verträge unterzeichnet. Sie markieren eine wichtige Zäsur in der Entwicklung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Besatzungsstatut für die Bundesrepublik Deutschland wurde beendet, die damit entstandene Rechtslage blieb 35 Jahre, bis zum Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990, in Geltung. Die Bundesrepublik wurde zugleich in die NATO und in die neu gebildete Westeuropäische Union aufgenommen. Die hier abgedruckten Quellen dokumentieren jene zentralen deutschlandpolitischen Entscheidungen, die der Bundesrepublik Deutschland wieder zu internationaler Anerkennung verhalfen, ihre Westbindung festschrieben und zugleich eine Absage an Neutralisierungsvorschläge bedeuteten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2004
Rezensent Karl-Ulrich Gelberg zufolge dokumentieren die 298 im Band abgedruckten Dokumente den Verlauf der ebenso wichtigen wie unbekannten Außenministerkonferenz "in bisher unerreichter Vollständigkeit". So biete die Edition, deren übrige Quellen das Ziel verfolgten, die Perspektive der damaligen Bundesregierung zu repräsentieren, erstmals die Wortprotokolle der Londoner Konferenz. Der außerordentliche Wert der Quellenedition besteht für den Rezensenten vor allem in der detaillierten Darstellung der Informationen, über die die deutschen Teilnehmer damals verfügten, sowie daraus resultierende Überlegungen und Bewertungen. Den Kommentar zu diesem Band findet "rab" sorgfältig, informativ und knapp gehalten. Im Anhang vermisst er allerdings Hinweise auf die wichtigste Forschungsliteratur. Auch das Sachregister vermag ihn nicht ganz zu überzeugen.
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