Die sicherheitspolitische Strategiedebatte in der Schweiz im Übergang von den sechziger zu den siebziger Jahren ist gekennzeichnet durch den Wandel von militärisch verstandener Verteidigungspolitik zur umfassenden Sicherheitspolitik mit aktiver aussenpolitischer Komponente. Obwohl die Autoren der grundlegenden Konzeption der "Sicherheitspolitik 73" die Aussenpolitik als ein wichtiges sicherheitspolitisches Instrument definierten, wurden die Konsequenzen nicht gezogen. Ein Spannungsfeld zwischen Verharren in tradierten Handlungsmustern einerseits und zögerlichem Aufbruch in die internationale Sicherheitskooperation andererseits wird sichtbar. Diese historische Darstellung geht der Frage nach, warum das Bewusstsein für den strategischen Wert der Aussenpolitik als Mittel der Sicherheitspolitik fehlte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2004
Christoph Breitenmoser hat hier eine "äußerst sorgfältig und übersichtlich gestaltete Studie" vorgelegt, meint Rudolf Jaun, doch findet er von ihren theoretischen wie begrifflichen Grundlagen her nicht unproblematisch. Der Autor setzt sich in seinem Buch mit der "Politik der Kriegserwartung" auseinander, die in den 50er und 60er Jahren in der Schweiz herrschte, die aber noch keinerlei sicherheitspolitische Strategie beinhaltet habe. Das Problem dabei sieht der Rezensent allerdings in der "Anwendung zeit- und kulturfremder Politikkonzepte" - es werden Außen- und Sicherheitspolitik in einer Zeit untersucht, in der diese noch keinerlei Bestand als politische Konzepte hatten. Dennoch, so der Rezensent, sei Breitenmoser hier ein wertvoller Beitrag gelungen, der weiteren Untersuchungen zum Thema den Weg ebnen könnte.
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