Thomas Kraft (Hg.)

Aufgerissen - zur Literatur der 90er

Cover: Aufgerissen - zur Literatur der 90er
Piper Verlag, München 2000
ISBN 9783492042246
Taschenbuch, 198 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Die deutsche Literatur blühte auf in den Neunzigern, und Newcomer von Ingo Schulze bis Felicitas Hoppe erzählen wieder Geschichten, die jeder lesen will: Vierzehn Kritiker schreiben hier über ihre Lieblingsautoren. Vorgestellt werden Marcel Bayer, Maxim Biller, Thomas Brussig, Durs Grünbein, Judith Hermann, Felicitas Hoppe, Reinhard Jirgl, Georg Klein, Helmut Krausser, Thomas Meinecke, Raoul Schrott, Ingo Schulze, Peter Weber und Feridan Zaimoglu.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2000

"Lesenswert [sind] viele Neuerscheinungen der letzten zehn Jahre". Das ist der Tenor dieser von Thomas Kraft herausgegebenen Essaysammlung zur neueren deutschen Literatur, findet der Rezensent mit dem Kürzel hör. Dass hier auch die Diskussion über die "Medienkompatibilität" dieser Literatenszene gestreift wird, ist nicht anders zu erwarten. Nach Meinung des Rezensenten ist das insofern "kurzweilig". weil ein ironischer Umgang mit und Anpassung an dieses Phänomen im Literaturbetrieb dicht beieinander liegen. Doch es gibt zur Freude des Rezensenten auch Beiträge (z.B. über Felicitas Hoppe oder Judith Hermann), die über diese Ebene hinausgehen, "weil sie vorführen, wann und warum es sich lohnt, auch heute noch Gegenwartsliteratur zu lesen". Insgesamt zwölf deutschsprachige Autoren, die in im letzten Jahrzehnt zu publizieren begannen, werden in dieser Essaysammlung abgehandelt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000

Eine "Riege junger Feuilleton-Journalisten" hat die Werke ihrer Altersgenossen vorgestellt, und herausgekommen ist dabei eine Art "Favoritensammlung", stellt Volkmar Mühlens fest. Ihm hat gefallen, dass es die wirklich Jungen sind, "fern der Wenderomane, Bocksgesänge und Serbienreisen" der Älteren, deren Arbeiten hier zum Thema gemacht werden, darunter Peter Weber, Thomas Meinecke, Maxim Biller und Georg Klein. Aber nur Jörg Magenau wagt auch mal einen kritischeren Zugriff, schreibt Mühlens, in diesem Fall auf Thomas Brussig. Ansonsten findet er das alles zwar nicht gerade "beliebig" aber doch mehr wie eine "Appetitanreger"-Sammlung, "ein erstaunlich günstiges Pauschalangebot". Nicht ganz zufällig, diese Marktmetapher, oder? (Haben eigentlich auch Frauen in den Neunzigern geschrieben und rezensiert?)

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