Herausgegeben von Gunda Luyken für die Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Hannah Höch (1889 - 1978), bedeutende Vertreterin der Berliner Dada-Bewegung, war durch und durch Collagistin. In ihrem Terminkalender vermerkte sie 1939: "Tagelang mit Zeitschriften durchsehen und ausschneiden beschäftigt." Wie reichhaltig der Bilderfundus Hannah Höchs gewesen sein muss, lässt ein Album erahnen, das vermutlich 1933 entstanden ist und als singuläre Arbeit in ihrem Werk spannende Fragen aufwirft. Das Album besteht aus 114 Seiten - als Trägermaterial dienten zwei Hefte der Zeitschrift "Die Dame" - und kombiniert auf humorvolle Art und Weise über vierhundert, von der Künstlerin gesammelte, ausgeschnittene und aufgeklebte fotografische Abbildungen zu Themen wie Natur, Technik, Sport, Tanz, die neue Frau, Film oder Ethnologie; auffällig sind zahlreiche weibliche Aktdarstellungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2004
Zu schön, um wahr zu sein, findet Michael Diers dieses Klebealbum der Dadaistin Hannah Höch. Zwei Hefte des "Journals für den verwöhnten Geschmack", des Magazin "Die Dame", hat Höch dafür ausgewertet und in Collagen neu arrangiert. Dabei, erklärt Diers ihre Technik, respektiere sie stet die Grenzen des Einzelbildes, verfährt "ausschneidend und koordinierend", nie "einschneidend und subordinierend". Eine frühe Form des "cut and paste" also. Doch so amüsant diese Collage dem Rezensenten auch erscheinen, brisant findet er sie nicht. Im Ergebnis spiegelt sich in ihr eine "privat-beschauliche" Innenwelt, meint der enttäuschte Rezensent, die nichts mehr von Höchs früheren Arbeiten spüren lässt, etwa der "atemberaubenden" Montage "Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands".
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