Schon im März 1933 hatte Cordan sein Studium in Berlin unterbrochen und war nach Paris gegangen, wo er unter dem Namen Heinz Horn (sein bürgerlicher Name war Wolfgang Heinrich Horn) 'Allemagne sans masque' veröffentlichte - ein Pamphlet gegen den Naziterror, zu dem Andre Gide ein Vorwort schrieb. Nach dem Krieg lebte Cordan in verschiedenen Ländern Mittel- und Südeuropas, danach in Mexiko, wo er die von europäischen Eroberern weitgehend zerstörte Sprache und Schrift der Maya studierte. In Mexiko verfasste er einen autobiografischen Text, der hier erstmals publiziert wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2004
Der 1966 gestorbene Wolfgang Cordan, er hätte neue Aufmerksamkeit verdient, findet Michael Philipp. Denn abgesehen von seinem produktiven schriftstellerischen Schaffen - mehr als dreißig Bücher und sonstiges publizistisches Wirken, vor allem während der Nazizeit - habe Cordan ein "bewegtes Leben" absolviert: Bauhaus, Piscator, Brecht, Klaus und Thomas Mann, Exil und bewaffneter Widerstand, die Urwälder Mittelamerikas, wo er die "Mayaglyphen" entschlüsselt - Stationen einer Lebensgeschichte, die Cordan vor seinem Tod Revue passieren ließ, in einer Autobiografie, die dem Rezensenten zufolge einen weiteren Grund für eine Wiederentdeckung des vergessenen Autors darstellt.
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