Tibet ist weit, und entsprechend unscharf ist unsere Sicht auf die dortigen Verhältnisse. Ein Land, könnte man meinen, in dem nicht Materialismus und Konsumdenken, sondern Spiritualität das Handeln der Menschen lenkt. Dabei aber, das zeigt die Sinologin Alice Grünfelder mit ihrer literarischen Anthologie "An den Lederriemen geknotete Seele", hat Tibet auch sehr viel irdischere Seiten, ist nicht minder als der Westen aufs Erwerbsstreben fixiert. Mit Tashi Dawa, Alai und Sebo lasse Grünfelder moderne Autorenstimmen zu Wort kommen, befindet Martin Zähringer, die durch jahrelange Aufenthalte in China eine persönliche Perspektivenverschiebung durchgemacht haben - gewissermaßen in der Moderne angekommen sind. In Erzählungen vom "Übergang vom Leben in den Tod" reflektierten Dawa und Alai denn auch die Übergänge von der alten zur neuen tibetischen Kultur, diagnostiziert der Rezensent. Somit bestehe das Hauptanliegen der jungen Autoren darin, "Versöhnung und Annäherung" zu leisten -zwischen "den traditionellen Lebensformen und Denkweisen einerseits und den künstlerischen Perspektiven einer neuen Generation andererseits".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…