Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler. Das Buch umfasst fünf Erzählungen, fünf Fragmente ein und derselben Geschichte. Sie handelt von der Gewalt gegen Kinder, ihrer systematischen Misshandlung und Entpersönlichung innerhalb der repressiven Strukturen der staatlichen Obhut. Man sperrt sie weg, fixiert sie mit Gurten, lässt sie zugrunde gehen, weil sie anders sind. Sie haben keinen Platz in einer Gesellschaft, die übereingekommen ist, den größtmöglichen Wohlstand anzustreben. Indessen laufen die Täter, die wirklich Irren, draußen frei herum. Franjo Franeie begibt sich in die Haut dieser Kinder, verleiht den Geschundenen und Misshandelten seine einzigartige, menschliche Stimme.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004
Daniela Strigl ist nach der Lektüre der Erzählungen des slowenischen Autors Franjo Francis recht beklommen zumute, denn es geht in allen darum, wie "man Kinder umbringt", sei es im buchstäblichen oder im übertragenen Sinne. Der Autor - von Beruf Sozialarbeiter - bemüht sich in seinen Erzählungen, die von zerrütteten Familien und vom gewaltbestimmten Leben in Heimen und geschlossenen Anstalten berichtet, "immer wieder und oft vergebens um die ästhetische Distanz", die überhaupt erst Literatur ermöglichen, kritisiert die Rezensentin. Trotzdem überzeugt sie das "Rohe und Ungekünstelte" der Geschichten und sie zeigt sich vor allem von dem darin zu findenden Sprachjargon der "abgebrühten Jugendlichen", der die erfahrene Gewalt nicht nur widerspiegelt, sondern auch noch "potenziert", ziemlich beeindruckt.
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