Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 10.03.2010, 14.26 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hans-Hermann Hoppe

Demokratie

Der Gott, der keiner ist. Monarchie, Demokratie und natürliche Ordnung

Cover: Demokratie

Manuscriptum Verlag, Leipzig 2003
ISBN-10 3933497868
ISBN-13 9783933497864
Gebunden, 547 Seiten, 24,80 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Robert Grözinger, mit einem Nachwort von Lorenz Jäger. Das Versagen der Demokratie als Staatsform:. Hans-Hermann Hoppe sieht dieses Versagen vor allem in der Entwicklung des Staates zum Moloch, der letztlich Allmacht beansprucht, der hemmungslos enteignet und umverteilt. Die Alternative, die er entwirft, ist keineswegs die Diktatur, sondern ein sich selbst organisierendes Gemeinwesen auf der Grundlage privaten Eigentums, eine natürliche Ordnung (natural order) im Sinne Ludwig von Mises' und Murray N. Rothbards.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2004

Na, das ist ja mal eine hübsche Mischung. Der aus Deutschland stammende, in Nevada, Las Vegas lehrende libertäre Ökonomieprofessor Hans-Hermann Hoppe erklärt in diesem etwas irreführend betitelten Buch die Monarchie aus wirtschaftlicher Perspektive zur der Demokratie überlegenen Staatsform. Wie kommt's? Das Grundargument ist einfach: Demokratien sind "kurzsichtig" und zerstören durch die ständige Steigerung der Steuern die Investitionsbereitschaft; Monarchen dagegen haben längerfristige Interessen, vor allem an der eigenen Vermögensmehrung. Daher, so Hoppe, hält sich die Steuerlast im Rahmen. Was dem Autor vorschwebe, so der Rezensent (Kürzel "cbe"), der das alles eine Weile ganz nüchtern referiert, sei eine "anarchisch-kapitalistische Utopie" vom Staat wirtschaftlich losgelöster Untertanen. Wenn er aber mitteilen muss, dass Hoppe allen provokatorischen Ernstes vorschlägt, die "Anhänger einer demokratischen Ordnung mit offener Verachtung" zu strafen, dann stellt er doch fest, dass die, so "cbe" "intellektuell grundsätzlich spannende und anregende Kritik" zur Predigt für die - wenigen - bereits Bekehrten wird.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004

Mit Sympathie, aber erheblichen Bedenken hat Gerd Habermann diese Aufsätze des "Anarchokapitalisten" Hans-Hermann Hoppe gelesen, die "wohl die schärfste Kritik an der modernen Wohlfahrtsdemokratie" enthalten, "die sich vorstellen lässt". Hoppe wirft dem "gemäßigten Sozialismus" vor, Privateigentum, Freiheit und Rechtssicherheit aufzulösen, die Stellung der Familie zu unterminieren und die "spontane Gliederung der Gesellschaft platt zu machen", wofür er sich - über die Steuern - der "Schutzgelderpressung" bedient, wie Habermann Hoppes Thesen darstellt. Hoppe nun würde den Staat gern durch "Privatorganisationen in Wettbewerb" ersetzt sehen, Hier möchte der Rezensent allerdings nicht ausschließen, dass es in Hoppes Idealgesellschaft "zu einer Vielzahl von Kleinkriegen der mit Erzwingungsgewalt ausgerüsteten Privatunternehmen um Kundschaft" kommen könnte. Auch Hoppes zweitbester Lösung mag Habermann nicht ganz folgen: einer "privatmonopolistischen Regierung", sprich: Monarchie. "Ein dogmatischer Konservatismus und Hoppes Privatanarchismus sind natürliche Verbündete", warnt Habermann schließlich, doch die Lektüre dieser wilden Thesen schärfe zweifellos den Sinn für die "Zerstörungen, welche die gleichmacherische Wohlfahrtsdemokratie" anrichtet.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: FreelanderMiljenko Jergovic: Freelander
Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert. Der pensionierte Gymnasiallehrer für Geschichte Karlo Adum erhält ...

Buch: Die zitternde FrauSiri Hustvedt: Die zitternde Frau
Aus dem Amerikanischen von Uli Aumüller und Grete Osterwald. Dies ist die Geschichte einer mysteriösen ...

Archiv: Bücherschauen

Leidenschaft des Nutzlosen

10.03.2010: Wunderbare Beobachtungen am Rande des Degoutanten macht die begeisterte SZ in Claire Bretechers neuem Agrippina-Comic "Allergien". Sehr empfehlen kann sie auch Heideggers Vorträge "Von der Sache des Denkens". Die NZZ freut sich über die Wiederentdeckung von Ernst Kaisers Roman "Die Geschichte eines Mordes". Ganz betört ist die taz von Nadeem Aslams Afghanistan-Roman "Das Haus der fünf Sinne". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise".
Mehr lesen

Yasmina Khadra: Die Schuld des Tages an die Nacht

04.03.2010: Younes wird zu Jonas, als er als Kind von seinem arabischen Onkel und dessen französischer Frau in Oran angenommen wird. In seinem Leben und einer unmöglichen Liebe spiegelt sich die Spannung zwischen Orient und Okzident. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Roman des algerischen Autors Yasmina Khadra "Die Schuld des Tages an die Nacht". Mehr lesen

Georg Klein: Roman unserer Kindheit

01.03.2010: Neubaublöcke, amerikanische Kasernen, Laubenkolonien: In den frühen sechziger Jahren der Bundesrepublik verbringen die Kinder in Georg Kleins "Roman unserer Kindheit" ihre Sommerferien und begegnen bedrohlichen Gestalten: dem Mann ohne Gesicht, dem Fehlharmoniker, dem mysteriösen Kommandant Silber, dem tauben Sittichzüchter... Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Archiv: Buchautoren