Mit zwölf Illustrationen von Leander Keller aus dem Jahr 1970 und einem Vorwort von Robert Menasse aus dem Jahr 2004. Im Umfeld der Wiener Kommune "Hundsblume" (1970-72) wurde als erste Nummer der gleichnamigen Zeitschrift Schindels 1967/68 verfasster Text "Kassandra" veröffentlicht. Geprägt vom avantgardistischen Anspruch der Hundsblume, Politik, Kunst und Literatur als Revolution gegen die Normen von Staat und Gesellschaft zu verbinden, ging es deren Vertretern aber nicht um die Zertrümmerung von Sprache, sondern um die "Überwindung einer Phantasie, die einen dazu führt, Realität zu erkennen". Kassandra wird somit zum Logbuch aus der Zeit der "heißen Viertelstunde" der Studentenrevolte in Wien, in der Schindel gleich dem mythologischen Vorbild als Rufer und Mahner fungiert. Im dichten Fluß der Aneinanderreihung von autobiografischen Gesprächs-Bruchstücken und Zitaten literarischer wie politischer Vorbilder schreibt er gegen herrschende Strukturen an und thematisiert so die Selbstsuche einer ganzen Generation zwischen Konsum, Beziehungsnöten und Marx.
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