Ein Korrekturexemplar in englischer Sprache. Mit den relevanten Originaldokumenten Wittgensteins. Erstmalig werden hier alle für die erste deutsch-englische Ausgabe von 1922 relevanten Originaltyposkripte von einem der einflussreichsten philosophischen Werke des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Auf der Basis umfangreicher tabellarischer Vergleiche der Textvarianten sowie bislang nicht ausgewerteter Briefe wird die Entstehungsgeschichte von Wittgensteins Erstlingswerk neu rekonstruiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2004
Wittgensteins bekanntester Text hatte, seiner Kriegsgefangenschaft, frühen Veröffentlichungen und späteren Korrekturen geschuldet, eine wirre Publikationsgeschichte, die Helmut Mayer kurz noch einmal Revue passieren lässt. Er kann das anhand des vorliegenden Bandes tun, der die "Textschichten" aus Typoskripten und Korrekturexemplaren "in einer gründlichen Edition in Faksimiles zusammengestellt, annotiert und kommentiert". Der Rezensent lobt die Arbeit der beiden Herausgeber, fragt aber zugleich, ob angesichts eines "ab dem Typoskript von 1918 fest umrissenen Texts" die Mühe einer peniblen Aufarbeitung der Textgenese lohne, gibt aber zu bedenken, dass wir es mit "einem der einflussreichsten philosophischen Werke des letzten Jahrhunderts und einem notorisch schwierigen Text obendrein" zu tun haben - da sei "kein Anhaltspunkt leichtfertig auszuschlagen". Zumindest aber lasse sich festhalten: "Die Textgrundlage dafür darf nun als philologisch hinreichend aufbereitet gelten."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2004
Matthias Kross fasst noch einmal kurz zusammen, was die vorliegende Ausgabe quasi in Echtzeit nachvollziehbar macht: die Editionsgeschichte von Wittgensteins "Tractatus". Die "sorgfältig gearbeitete und ansprechend gestaltete Faksimile-Ausgabe" von drei verschiedenen Typoskripten und der Korrekturexemplare der deutsch-englischen Ausgabe wird von den Herausgebern durch einen ausführlichen Kommentar ergänzt, der die verschiedenen Arbeits- und Korrekturschritte beschreibt. Der Leser halte also eine Art Baukasten des "Tractatus" in den Händen - "ein in jeder Hinsicht gewichtiges Werk, das durchaus auch etwas von der besonderen Aura, die das Frühwerk Wittgensteins umgibt, zu vermitteln versteht".
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