Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Hunger am Mittag. Ins Nordsee. Draußen tobt die Stadt, drinnen riecht es nach Fett. Ist Zeit genug für einen Teller Meerestraum, oder doch wieder nur das Fischbrötchen? Das Handy klingelt, der Mantel ist zu warm, es ist kein Platz frei und die weiße Creme um den Fisch tropft aus dem pappen Brötchen. Mahlzeit! Wir essen eilig, was uns zwischen die Finger kommt, auf der Straße oder auf dem Stehempfang. Anstatt wirklich zu kochen, schauen wir Fernsehköche beim Zaubern zu - und stehen verloren zwischen Mikrowelle und Meisterherd. Diät- und Rinderwahn untergraben eine vernünftige Beziehung zum Essen. Ullrich Fichtner richtet seinen Blick auf unsere Esskultur, dass man Lust auf Veränderung verspürt. Zwischen Drehbüchern der Food-Designern und Omas Rezeptkladden, Schlacht- und Biohöfen lässt er den Leser staunend in Reagenzgläser, Körbe und Töpfe blicken. "Tellergericht" ist ein Bericht über kulinarischen Analphabetismus und zugleich ein Lesebuch für Liebhaber des Essens.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.04.2004
Allenfalls "indirekt" gibt Ullrich Fichtner Antwort auf die Frage, warum die Deutschen so gar keinen Bezug zu ihrem täglichen Brot haben, bemängelt Sabine Sütterlin. In seinem neuen Buch sei die Rede von Lebensmittelskandalen, dem Überangebot von Fast-Food-Ketten und dem Bedürfnis einer Nation nach billiger Nahrung. "Systematisch" zwar, aber "ausufernd" schaue Fichtner seinen Mitbürgern beim Essen zu und übersehe dabei das Wesentliche, nämlich die Suche nach den Gründen für all diese Mängel. So muss sich der Leser erst durch 136 Seiten "beißen wie durch ein zähes Steak", bis Fichtner ansatzweise auf die Ursachen zu sprechen kommt, kritisiert die Rezensentin. Dabei hätte der in Paris lebende Autor, der die Esskunst anderer Länder, vor allem Frankreichs und Italiens, in den Himmel lobt, "locker recherchieren können", wie die Alternative aussieht, findet die Rezensentin. Er hat es aber nicht getan, und so verharrt sein Buch leider "im Genörgel und Geraune" darüber, was wir auf dem Teller haben, schreibt Sütterlin.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.03.2004
Hansjörg Küster ist mäßig zufrieden mit Ullrich Fichtners Buch, das er als ein bisschen lieblos zusammengestellt empfindet. Einerseits findet er das Thema wichtig und an einigen Stellen ist es nach Meinung des Rezensenten auch durchaus richtig, was der Autor zu den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen zu sagen hat. An anderen Stellen aber stößt Küster sich dann an der oberflächlichen, "schlecht informierten" Herangehensweise des Autors - zum Beispiel glorifiziert Fichtner die vergangenen Zeiten in der Landwirtschaft und übersieht dabei, dass es "Manipulationen von Tieren und Pflanzen in der Landwirtschaft immer gegeben hat". Auch findet Küster, dass der Autor übertreiben pädagogisch an sein Thema herangeht: "Die heutige Lebensmittelproduktion wird mit drastischen Worten beschrieben, schließlich bis zum Überdruss. Das ist sicher Absicht des Autors, aber man muss einprägsame Sätze nicht mehrmals lesen." Gefallen findet der Rezensent dagegen an dem Kapitel, in dem Fichtner sich der Arbeit von Spitzenköchen annimmt - damit macht er richtig Appetit auf eine vernünftige Zubereitung von Speisen.
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