Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr Leben meistern, wie sie arbeiten, denken, lieben und wie es ihnen dabei geht. "Wer im Westen bisher seine Vorurteile über den Jammer-Osten gepflegt hat, wird staunen", sagt die Autorin, und tatsächlich: zuversichtlich und risikofreudig, mit Lust und Leidenschaft meistern die Ost-Frauen ihr Leben - und sie sind dabei selbstbewusster und selbständiger als ihre Pendants im Westen. Zudem wurden sie durch die Wende-Erfahrung noch stärker, als sie ohnehin waren. Die Ost-Frauen haben Spaß am Leben. Aber es geht ihnen nicht um den Spaß an der glitzernden Werbewelt, sondern um Glück, das selbst geschmiedet ist und die Fähigkeit, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2004
Der Rezensent Uwe Stolzmann findet auf jeden Fall interessant, was die vom dem deutschen Osten begeisterte und deshalb dorthin umgesiedelte Autorin Martina Rellin in ihren Berichten aus dem Leben ostdeutscher Frauen zusammengetragen hat. Seiner Meinung nach - auch wenn er den Enthusiasmus der nach eigenem Bekunden "total ossifizierten" Autorin ein bisschen zu belächeln scheint - ist bei ihrem Versuch, die Lebenswege ganz normaler Frauen (dokumentiert sind sie in dem Band als Monolog) zu beschreiben, ein durchaus "lesenwertes Buch" herausgekommen, das so mancher Klischeevorstellung vom Osten entgegenläuft.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2004
Gisa Funck kann diesem Buch, in dem Martina Rellin vierzehn Gesprächsprotokolle von Frauen aus der ehemaligen DDR aufgezeichnet hat, nicht viel abgewinnen. Die Rezensentin rechnet die Autorin zu den "Wostalgikern", zu den Westdeutschen, die im Osten die "Überreste einer "Ideal-Gesellschaft" zu erkennen glauben. Deshalb ist die "ideologische Marschrichtung" des Buches auch die These von der größeren Tatkräftigkeit und Selbständigkeit der "Ostfrauen" gegenüber ihren westlichen Schwestern, stellt Funck fest. Dabei vermisst die Rezensentin allerdings "Quellenangaben oder sachliche Redlichkeit", zum Beispiel wenn behauptet wird, die Depressionsrate sei bei Westlerinnen doppelt so hoch wie bei Ostfrauen. Auch das "gängige Vorurteil" über die freizügigeren Frauen aus dem Osten sieht die Rezensentin in diesem Buch einmal mehr wiederholt. Was dagegen fast völlig fehlt, sind die "selbstkritischeren Töne", meint Funck unangenehm berührt und fühlt sich von dem immer wieder durchklingendem "Renommiersound des Ossi-Stolzes" abgestoßen. Dabei sei es schade, dass die "interessanten Aspekte" der verschiedenen Werdegänge der Frauen dabei untergingen, bedauert die Rezensentin, die in wenigen Passagen der verschiedenen Biografien die "Krise", die die Wende für viele Frauen auch bedeutet haben muss, herausgelesen hat.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004
Nun ja, zumindest ist es nicht peinlich, schreibt Liane von Billerbeck über das Buch von Martina Rellin, und will das als sachtes Lob verstanden wissen. Denn Verlagsankündigung und Titel hätten ja die üblichen Klischees erwarten lassen - von wegen Ostfrauen sind freizügiger und selbstständiger und so weiter. Doch die Erfahrungsberichte der fünfzehn Frauen, die Rellin gesammelt und aufbereitet hat, sind unaufgeregter und damit besser als erwartet, berichtet die Rezensentin aufatmend. Keine Stereotypen, dafür viel Leben: "Von Feigheit und Mut, Freude und Frust, Kindern und Männern und vielen, vielen Neuanfängen." Billerbeck findet es prima, dass Kleines und Großes, Alltägliches und Bedeutendes gleichberechtigt nebeneinander stehen. Ihr Fazit: ein nettes Buch.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.03.2004
"Klischees gegen Klischees", viel mehr hat Barbara Bollwahn aus Martin Rellins Hymne an die ostdeutsche Frau nicht herauslesen können. Sicherlich habe jede der vorgestellten Frauen eine interessante Geschichte, aber für diese interessiere sich die Autorin in erster Linie gar nicht. Leider gehe es Rellin "ausschließlich" darum, ihrer "grenzenlosen Bewunderung für Ostfrauen zu frönen". Da die vorgestellten Frauen ununterbrochen reden dürfen, geraten die Erzählungen oft "ausschweifend, ermüdend oder einfach platt", klagt Bollwahn. Was ist etwa überraschend daran, fragt die Rezensentin, wenn ostdeutsche Mütter ihren Kindern wieder die alten russischen Märchenfilme zeigen, die sie selbst als Kind gesehen haben? Als Denkmal für die Ostfrau steht dieses Buch für Bollwahn auf einem recht "wackligen Fundament".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








