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Elisabeth Badinter
Die Wiederentdeckung der Gleichheit
Schwache Frauen, gefährliche Männer und andere feministische Irrtümer
Klappentext
Aus dem Französischen von Petra Willim. Frauen sind wehrlos und unterdrückt, Männer unsensibel und gefährlich. Elisabeth Badinter weist derartige feministische Klischees in ihrem viel diskutierten Buch mit Verve zurück. Sie stellt dabei die ketzerische Frage, welche Fortschritte die letzten zwanzig Jahre Frauenbewegung tatsächlich gebracht haben. Ihr engagiertes Plädoyer für einen feministischen Kurswechsel ist weder larmoyant, noch moralisierend, noch männerfeindlich, sondern ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Gleichheit von Mann und Frau.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.10.2004
Mit dieser im letzten Jahr in Frankreich erschienenen Streitschrift hat Elisabeth Badinter für "Furore" gesorgt. Sie fordert darin die Abkehr vom - von ihr so genannten - "Differenzfeminismus", der Vorstellung also eines apriorischen Unterschieds der Geschlechter, der zur Grundlage für gesellschaftliche Ansprüche gemacht wird. Sie stellt die Idee der Gleichheit dagegen, im expliziten Bezug auf die Universalität der Menschenrechte. Man hat Badinter allerhand vorgeworfen, wie der Rezensent Warnfried Dettling referiert, etwa, dass sie real existierende Unterschiede verschweige und letztlich dem Neoliberalismus in die Hände spiele. Die Vorbehalte des Rezensenten zielen eher in eine andere Richtung. Er fragt sich, ob hier nicht Kämpfe der siebziger und achtziger Jahre ausgefochten werden, und die angesichts gelingender Emanzipationen drängenderen Fragen nicht ausgeblendet blieben, wie etwa diese: "Wie aber müsste eine Gesellschaft aussehen, in der beiden Geschlechtern beide Welten offen stehen?"
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.03.2004
Recht anregend findet Ulrike Fell diesen Band, in dem Elisabeth Badinter eine "kritische Bilanz des Feminismus" zieht. Als Feministin in der Tradition Simone de Beauvoirs sehe Badinter den gesamten zeitgenössischen Feminismus auf dem Holzweg und räume deshalb mit den Irrtümern des jüngeren Feminismus auf. Gegen die "Differenzfeministinnen", die einen grundsätzlichen Unterschied der Geschlechter ansetzen und besondere Rechte für die Frau einfordern, halte Badinter am Prinzip des Universalismus fest, wonach alle Menschen gleich sind, unabhängig vom Geschlecht. Sie störe sich an der "systematischen Viktimisierung" der Frauen, die darauf abziele, "das Bild des weiblichen Opferlamms und des gewalttätigen Mannes zu dramatisieren" (Badinter). Dass die Autorin Grausamkeiten von SS-Frauen und mordenden Hutu-Kriegerinnen als Beispiele anführt, um den Mythos von der weiblichen Unschuld zu entkräften, geht Fell dann allerdings ein wenig zu weit. Kritisch bemerkt Fell, dass Badinter, ohne es zu wollen, ein neues Opferbild konstruiert: das des Mannes. Andererseits lobt Fell die "erfrischende Argumentation" der Autorin und beglückwünscht sie, dass sie "mutig neue Wege" einschlägt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2004
Das Buch von Elisabeth Badinter rechnet Rezensentin Elke Buhr zu den polemischen Generalabrechnungen mit den Fehlentwicklungen in feministischer Praxis und Theorie. Die Autorin hat, nach Ansicht der Rezensentin, ihren Ausweg aus "Enttäuschung über die steckengebliebene Emanzipation" in einem "Rundumschlag gegen die feministischen Kolleginnen" gefunden. Buhr allerdings findet, dass sich Badinter in ihrem "fauchenden Ausfall" gegen Andrea Dworkin und Catherine MacKinnon etwa zu leichte Gegner gesucht hat. Mit deren "überzogenen Generalverdacht gegen Heterosexualität", der "mit der Prüderie des Konservatismus gemeinsame Sache gemacht" habe, seien die beiden zwar, ebenso wie die Biologismen einiger französischer Feministinnen, "immer für eine Portion Häme gut", dem heutigen "feministischen Dilemma" weiche man aber auch damit nur aus.
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