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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben. Philip Roth in Gesprächen mit Primo Levi, Milan Kundera, Ivan Klima und anderen Schriftstellerkollegen. Intime intellektuelle Begegnungen, in denen es um den Stellenwert von Land, Politik und Geschichte in den einzelnen Werken der Dichter geht, aber auch darum, wie die höchst individuelle Kunst eines Schriftstellers durch die allgemeinen Lebensbedingungen geprägt wird.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2004
Auch wenn er nominell Kollegen interviewt, so steht Philip Roth doch permanent im Dialog mit sich selbst, stellt Thomas David ganz nüchtern fest. Im Spiegel der Gespräche mit anderen Schriftstellern entdeckt Roth immer wieder Grundzüge seines eigenen Werks. Allerdings wisse und verstehe Roth als profilierter Förderer der osteuropäischen Literatur in den USA auch eine Menge von seinen Gesprächspartnern, erkennt der Rezensent. Immer trifft Roth den "verborgenen Kern", den Ausgangspunkt der jeweiligen Werke seiner Kollegen. Bei dem vorrangigen Fokus auf die eigene Person verwundert es David aber, wie "unpersönlich" und aus welcher "kritischen Distanz" dann der Essay über Saul Bellow geschrieben ist. Bellow scheine der einzige Literat des ganzen Buches zu sein, dem sich Philip Roths "merkurisches Ich" unterordnen kann.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
"Shop Talk" - damit, erklärt Rezensent Thomas Steinfeld, ist das Gespräch in der "Werkstatt" gemeint. Aus zehn solcher Begegnungen besteht Philip Roths schmaler Band: Acht davon mit Schriftstellern (etwa Milan Kundera, Primo Levi oder Ivan Klima), eine als Briefwechsel (mit Mary McCarthy), eine als Treffen mit dem Maler Philip Guston und eine in der Form eines gründlichen Wiederlesens von Saul Bellows Werk. In einer Mischung aus "Porträt, Interview und Kritik", so Steinfeld, kreist Roth mit jedem seiner Gesprächpartner um die selben Fragen, die unter anderem lauten: "Was heißt es, ein jüdischer Intellektueller zu sein?" und "Gibt es Erfahrungen, an denen man zum Schriftsteller wird?" Der Knotenpunkt aller dieser Begegnungen sei jedoch die Frage nach den Bildern und ihrer Macht, durch den Anschein von Totalität das "Authentische" zu mimen. Und gerade die Ablehnung des "Allegorischen" ist es ja, so Steinfelds Fazit, die Roth zu den Schriftstellern in Fleisch und Blut - in ihre Werkstatt - treibt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.05.2004
Martin Krumbholz bringt die Gespräche, die Philip Roth mit seinen Kollegen geführt hat, auf einen dialektischen Punkt: Es gehe einerseits um den "Totalitarismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen", andererseits - um Humor! Dem entsprechend waren es nicht irgendwelche Kollegen, sondern beispielsweise Milan Kundera, Ivan Klima, Primo Levi; gemeinsam nehmen sie den Bestand des 20. Jahrhunderts auf, sprechen über Franz Kafka und über die eigene Arbeit - immer entlang der Fragen, die die (am eigenen Leib erfahrene) Geschichte ihnen auftrug. Und noch ein zentrales weiteres Thema hat der angeregte Rezensent ausgemacht, nämlich die "Ver- beziehungsweise Entwurzelung" - doch auch hier grenzt das Schwere immer an die Leichtigkeit.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004
Günter Ohnemus kann mit diesem Buch, in dem Philip Roth Gespräche mit Schriftstellern wie Primo Levi, Milan Kundera und Edna O'Brian sowie einen Briefwechsel mit Mary McCarthy und Essays über drei verschiedene Autoren versammelt, nichts anfangen. Der Rezensent verurteilt das Buch als "Todgeburt", das nicht zuletzt wegen seines "verkorksten" Stils kein Vergnügen darstellt, wie er schreibt. Wo ist Roths "Temperament", seine Neugier und seine "literarische Energie" geblieben, fragt sich Ohnemus erstaunt, dem einige Interviews vorkommen, als unterhielten sich "zwei ausgestopfte Hemden". Was die Sprache angeht, wundert und ärgert er sich über den rhetorischen "Eiertanz", den sich der Autor mit so manchem seiner Gesprächspartner liefert. Er fürchtet, dass nicht zuletzt die Übersetzung daran schuld ist. Das Hauptproblem bei diesem Buch liegt aber nach Ansicht des Rezensenten darin, dass Roth in den Interviews, Briefen und Essays nicht daran interessiert ist, etwas "Neues" zu entdeckten. So liest sich der Essay über Saul Bellow beispielsweise wie eine Seminararbeit und ist dabei auf eine "vertrackte Art lieblos", stellt Ohnemus fest. Die jeglichen Inhalt nebensächlich machende Aufgeblasenheit der Text verärgert den Rezensenten zunehmend. Nur das Gespräch von Roth mit Aharon Appelfeld, in dem es unter anderem um das Verhältnis von Juden und Nichtjuden geht, hat den Rezensenten zumindest "neugierig" gemacht und zu Gedanken zu dem Thema angeregt, die dann allerdings nicht mehr klar ersichtlich werden lassen, in welchem Verhältnis sie zum vorliegenden Buch stehen und deren Überlegungen zum "Hass" der Juden auf die Nichtjuden ziemlich befremdlich wirken.
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