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Klappentext
Es war der spektakulärste politische Kriminalfall in der Geschichte der Bundesrepublik - die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Doch die Ereignisse des "deutschen Herbstes" 1977 haben die wirkliche Biografie des Wirtschaftsmanagers Schleyer verdunkelt. Lutz Hachmeisters brillant geschriebenes Buch erzählt von einem Mann, dessen Werdegang und tragisches Ende über das individuelle Schicksal hinaus die Geschichte eines Zeitalters widerspiegeln.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Schleyer - Lutz Hachmeister bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.07.2004
Als "wichtig, aufklärerisch und lesenswert" würdigt Rezensent Paul Nolte dieses Buch über Industriemanager und Verbandsführer Hanns Martin Schleyer, der von der RAF im September 1977 als Repräsentant des ihr verhassten Systems ermordet wurde. Nolte sieht in Schleyers Leben und Tod die Konflikte der 70er-Jahre der Bundesrepublik versinnbildlicht. Das auf spannende Weise vorzuführen, gehöre zu den "großen Stärken" des Buchs von Lutz Hachmeister, der für seinen Schleyer-Film in diesem Frühjahr den Grimme-Preis erhielt. Ausführlich rekapituliert Nolte die Karriere Schleyers von seinen Aktivitäten in der nationalsozialistischen Jugend- und Studentenbewegung, der SS-Mitgliedschaft, über die Tätigkeiten für den Zentralverband der Industrie im "Protektorat" in Prag, bis zum steilen Aufstieg in die Führungsetagen der westdeutschen Wirtschaft. Er kritisiert, dass Hachmeisters biografischer Entwurf, indem Schleyers Ermordung das Buch strukturiere, Züge einer falschen Zwangsläufigkeit annimmt - als habe es ja schließlich so kommen müssen. Zwar bediene die "stets kühle, abgewogene" Analyse keine billigen Klischees, so der Rezensent, aber sie löse das Problem nicht, ein Leben von einem Ende her zu erzählen, das auch ganz anders hätte kommen können.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.06.2004
Ein "Wagnis" ist Lutz Hachmeister mit seiner Dokumentation der Schleyer-Entführung durch die RAF eingegangen, und alles in allem ist daraus eine "verdienstvolle Biografie" entstanden, findet Rezensent Wolfgang Kraushaar. Die fünf Kapitel, in denen sich der Autor Schleyers Werdegang bis zur Entführung und Ermordung widmet, seien ebenso umfangreich wie quellengesättigt, doch manchmal ein wenig "langatmig" und stellenweise "keineswegs lückenlos". Der Rezensent stört sich vor allem an einer These, die Hachmeister aufwirft. Der Autor, der für seinen Film zum gleichen Thema bereits den Grimme-Preis erhalten hat, setzt die Baader-Meinhof-Gruppe im Buch gleich mit "Hitler's Children" und "schießt" mit dieser weit reichenden und belegbaren Hypothese "über das Ziel hinaus".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.06.2004
Allein die Tatsache, dass sich Lutz Hachmeister an die "heikle Aufgabe herangewagt" hat, das Leben des Hanns Martin Schleyer zu analysieren bringt ihm ein Lob von Werner Bührer ein. Der Versuch, das Niveau seiner Filmdokumentation zum gleichen Thema - für die er den diesjährigen Grimmepreis erhält - zu wahren, ist nach Ansicht des Rezensenten allerdings gescheitert. Im Vergleich zum Film bleibt ihm die Figur Schleyers, Symbol des Kapitalismus und damit Ziel der RAF, im Buch "zu blass". Trotz zahlreicher Interviews mit Familie und Freunden Schleyers gerät die Hauptperson "mitunter völlig aus dem Blick". Nur dem ersten Teil des Werks zollt der Rezensent Lob: Die Schilderung von Kindheit und Jugendjahren stecke noch "voller erhellender Details"; der Rest sei aber "enttäuschend". Vor allem am Kapitel über die Entführung und Ermordung Schleyers stößt sich der Rezensent. Anstatt auf ein Neues "längst bekannte" Biografien der Täter zu rezitieren, hätte Hachmeister gut daran getan, neuen Aspekten wie eventuellen Kontroversen mit der Bundesregierung nachzuspüren.
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