Das Vorurteil ist ein Bösewicht der Weltgeschichte, sagt Peter Ustinov, und deshalb rückt er dem gefährlichen "Typisch Mann, typisch Emanze, typisch Ami" entschieden auf den Pelz. Und fängt natürlich bei sich selbst an. Eine rasante Reise durch den Dschungel der Vorurteile und das Leben des Sir Peter.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2004
Sir Peter Ustinovs Witz wirkte offenbar ansteckend auf Rezensent Stefan Dornuf: nur "ein hoffnungslos vorurteilsfreier Mensch", kalauert der, könnte wohl auf den Gedanken kommen, dem weiland Geadelten russischen Humor und britisches Aussehen nachzusagen. Dass es sich, "zu unserem Glück", just umgekehrt verhalte, fand Dornuf in des Autors jüngstem "sarkastischen" Plädoyer gegen "hartnäckige Rassen-, Standes- und sonstige Vorurteile" bestens bestätigt. Einzige Wermutstropfen in diesen köstlich weitschweifigen, anekdotenreichen Plaudereien waren Dornuf die zahlreichen "orthografischen und grammatikalischen Fehler". Dies findet unser Rezensent allerdings durchaus verzeihlich, wurde er doch durch die "frivole" Respektlosigkeit, mit der Ustinov beispielsweise Hitlers Engstirnigkeit aufs Korn nimmt, reichlich entschädigt: "Wer hat je an ein braunes Hemd als Symbol gedacht, der nicht wirklich krank war?", fragt der Autor und Dornuf wird unwillkürlich von einem "von falschem Pathos befreiendem Lachen" geschüttelt.
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