Es gilt, eine exquisite Best-of-Sammlung willkommen zu heißen. Für die nächsten fünf bis zehn Jahre ist sie die amtliche Goldt-Einstiegslektüre für Novizen mit Stil. Doch nicht nur Goldt-Neulinge werden von der Textsammlung glücklich und frisch werden. Auch der Spezialist wird manche unvorstellbar geschickt durchgeführte Kürzung und Verlängerung, ja sogar komplette Rearrangements der besten Texte von "Die Radiotrinkerin" bis "Wenn man einen weißen Anzug anhat" bestaunen dürfen. Alle wurden aufwendig und liebevoll cheflektoriert (das heißt vom Verlagschef persönlich).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.03.2004
Ein bisschen zwiespältig ist das Urteil, das Adam Olschewski über diesen Band mit gesammelten Geschichten von Max Goldt fällt. Positiv zu Buche schlägt für den Rezensenten Max Goldts Talent, seine Umwelt zu beobachten und dabei "unvermutete Querverbindungen" herzustellen, ebenso seine Fähigkeit, ganz nebenbei Lachanfälle auszulösen. Doch für Rezensenten scheint Max Goldt in den letzten Texten ein bisschen der Humor abhanden gekommen zu sein - übrig bleibt der Moralist: "Als würde er nicht mehr so weitermachen mögen wie bisher; als wäre er satt oder müde; als wolle er monothematischer und ernster werden. Geht ihm der Alltag aus?" Auch mit der etwas lieblosen Aufmachung der Edition ist der Rezensent nicht ganz glücklich - er vermisst beispielsweise die trashigen Fotos, mit denen Goldt früher immer seine Artikel anreicherte.
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