Bücherschau der Woche
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Kirsten Jordan, Claudia Quaiser-Pohl
Warum Frauen glauben, sie könnten nicht einparken - und Männer ihnen Recht geben
Über Schwächen, die gar keine sind. Eine Antwort auf A. & B. Pease
Klappentext
Dieses Buch vereint einige aktuelle Befunde aus Psychologie und Neurowissenschaften über die Verschiedenheit von Männern und Frauen und zeichnet so ein etwas anderes Bild als einige der jüngsten Bestseller. Jene haben sicher Hand und Fuß - doch dieses hier liefert den Kopf dazu. Auch wenn wir natürlich wissen, dass wir eigentlich nichts wissen, so gibt es doch einige eherne Wahrheiten, derer sind wir uns ebenso gewiss, wie sie uns immer wieder staunen lassen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Eine Antwort auf A. & B. Pease bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2004
Dank der Bestseller-Autoren Barbara und Alan Pease weiß die Rezensentin Jeanne Rubner: "Frauen müssen Schuhe kaufen, um glücklich zu sein. Und Männer lügen, weil sie Testosteron im Blut haben." Claudia Quaiser-Pohl und Kirsten Jordan, eine Psychologin und eine Biologin haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, Vorurteile solcher Art wissenschaftlich zu überprüfen. Was dabei herausgekomme, sei zweierlei und vor allem nicht gerade revolutionär. Erstens: Es gibt Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Gehirnen. Zweitens: Frauen haben tatsächlich größere Schwierigkeiten mit räumlichem Vorstellungsvermögen. Allerdings sei diese Tatsache weniger auf genetische Veranlagung zurückzuführen, als vielmehr auf sozialisationsbedingtes (und also oft rollenspezifisches) Training der Fähigkeiten. Kurzum, so das amüsiert-verdrießliche Fazit der Rezensentin, wir sind so schlau wie vorher und müssen jetzt auch noch einparken lernen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.03.2004
Hatte sich die Rezensentin Eva Behrendt schon auf einen saftigen Gegenschlag zu Alan und Barbara Peases evolutionsbasierter Theorie der Geschlechterdifferenz gefreut, schwant ihr schon beim ersten Satz in Kirsten Jordans und Claudia Quaiser-Pohls Antwortbuch nichts Gutes: "Wenn Sie, lieber Leser, oder Sie, liebe Leserin, dieses Buch in Ihrer Buchhandlung in den Händen halten, werden Sie vielleicht denken: Warum gibt es schon wieder ein Buch zum 'kleinen Unterschied?'". Den leichten Ekel, der die Rezensentin angesichts dieses "Sounds der Betulichkeit" befällt, vermag der Rest des Buches nicht zu vertreiben. Sie findet darin weder "Lust am Schreiben", noch Einfallsreichtum. Die von der "beamtengründlichen" Gliederung geförderte "positivistische Langeweile" des Lesers werde nur stellenweise durch "grandios verumständlichte Beispiele aus der Beziehungswirklichkeit" getrübt, die den Leser geradezu in die Irre schickten - und das bei einem Buch, das die spezifischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern hauptsächlich an der räumlichen Wahrnehmung erforschen will. Von erheiternd "absurden" Sätzen abgesehen ("Die meisten Männer wissen immer und überall, wo Norden ist, auch wenn sie keine Ahnung haben, wo sie sich befinden."), habe dieses Buch lediglich die altbackene Einsicht zu bieten, dass "nicht alle Frauen 'räumlich beschränkt quasselnde Sammlerinnen' und nicht alle Männer 'schwerhörige, sehschwache, sich aber hervorragend orientierende Jäger' sind". Doch eine gute Neuigkeit berge "dieses hinreißende Dokument deutscher, weiblicher und wissenschaftlicher Kleinkariertheit", wie es die Rezensentin mit kaum verhohlener Freude am Stereotypen nennt, ganz sicher: "Der Anti-Pease, liebe Autorinnen und Autoren, kann noch geschrieben werden!"
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2004
Dieses Buch eines Autorinnenkollektivs um die Psychologin Claudia Quaiser-Pohl und die Biologin Kirsten Jordan gehört für Rezensentin Elke Buhr in eine noch relativ verdienstvolle Kategorie neuer Frauen-Literatur, denn es gehe hier darum, sich der Tendenz zu erwehren, Geschlechtsunterschiede "als Ergebnis von Hirnstrukturen und Hormonen" zu denken - für Buhr ein "genauso ernsthafter Gegner" wie fehlende Kinderbetreuung. "Geradezu rührend" findet die Rezensentin, mit welcher Sorgfalt die Autoren hier darangehen, zumindest einige der "Steinzeit-Klischees" über die Frau als "Sammlerin" und den Mann als "Jäger" mit Hilfe des aktuellen Forschungsstands und "betont allgemeinverständlich" zu widerlegen. Missfallen hat Buhr allerdings, dass auch dieses Buch am Ende - mit Ratschlägen an Frauen, wie sie ihre Raumorientierung verbessern könnten - die Tendenz zu Lebenshilfe-Ratgebern in der feministischen Literatur bestätige.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2004
Andreas Platthaus berichtet, dass es den Autoren dieses Buches - es sind übrigens insgesamt siebzehn, also nicht nur Claudia Quaiser-Pohl und Kirsten Jordan, wie der Rezensent betont - um die Richtigstellung der populären Irrtümer des Bestsellers "Warum Männer schlecht zuhören und Frauen schlecht einparken" geht, einer Studie des amerikanischen Ehepaars Allen und Barbara Pease, die für sich in Anspruch nimmt, "ganz natürliche Erklärungen für eigentlich unerklärliche Schwächen" der Geschlechter zu geben. So geht es vor allem, um den Nachweis, dass die Peases ihre Erkenntnisse auf Studien stützten, die "entweder veraltet, nicht repräsentativ oder falsch ausgewertet" waren beziehungsweise wurden - vor allem einige berühmte Studien über die "geschlechtsspezifische Gehirngröße". Für eine "echte Schwäche" des Buches von Jordan, Quaiser-Pohl (und fünfzehn weiteren Autoren) hält der Rezensent es, dass es sich "fast ausschließlich auf die Betrachtung der Frauen" beschränkt und dass etliches wiederholt werde, "so etwa die Ausführungen zur 'mentalen Rotation' ein halbes Dutzend Mal". So gut hörten "selbst wir Männer zu", gibt der Rezensent zu bedenken, "dass es mit zwei oder drei Erwähnungen auch sein Bewenden hätte haben können."
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