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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Georges-Arthur Goldschmidt

In Gegenwart des abwesenden Gottes

Cover: In Gegenwart des abwesenden Gottes

Ammann Verlag, Zürich 2003
ISBN-10 3250300144
ISBN-13 9783250300144
Kartoniert, 93 Seiten, 13,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Brigitte Große. Wie hältst du's mit der Religion? - diese Frage stellt und beantwortet Georges-Arthur Goldschmidt sich selbst vor seinen Lesern. Als Kind jüdischer, zum Protestantismus konvertierter Eltern 1928 in Hamburg geboren, muss Georges-Arthur Goldschmidt vor der Judenverfolgung in Deutschland fliehen, die seine Familie bedroht. Er flieht nach Frankreich, nimmt 1949 die französische Staatsbürgerschaft an und konvertiert zum Katholizismus. Heute, dem Schlimmsten entkommen und inzwischen durch drei Bekenntnisse gewandert, ersetzen ihm Seinsbegeisterung und Feier des Augenblicks den Glauben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2004

Ganz großartig findet Jürg Altwegg dieses kleine Buch, in dem der 1939 als Kind nach Frankreich emigrierte Autor seine persönliche Geschichte mit Gott erzählt. Und die ist ganz schön kompliziert, erklärt Altwegg: Goldschmidt wurde 1928 in Hamburg geboren, seine jüdischen Eltern waren zum Protestantismus konvertiert, was die Familie nicht vor der Rassengesetzgebung der Nationalsozialisten schützte. Nach dem Krieg konvertierte er aus Dankbarkeit für seine Rettung zum Katholizismus. Sein Gottvertrauen verlor Goldschmidt erst, resümiert Altwegg, als er nach Kriegsende mit den Bildern des nationalsozialistischen Terrors konfrontiert wurde, die "Lehrjahre eines Atheisten" begannen, schreibt Altwegg. Sehr offen berichte Goldschmidt über die frühen Jahre, so der Rezensent, darunter Verschiedenes, das nicht in der Autobiografie zu finden sei. Der mittlere Teil des Essays dagegen schließe eher an den bedeutenden Essay "Als Freud das Meer sah" an, worin Goldschmidt über das Verhältnis von Sprache und Psychoanalyse nachgedacht hatte, was er nun auf den Glauben und die Religion ausweite. Der atheistische Goldschmidt hat zu humanistischen Werten gefunden, zu einem persönlichen Glaubensbekenntnis, schließt Altwegg sichtlich beeindruckt, in dem nur "Platz für den Menschen" ist.

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