Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Annette Grube und Susanne Röckel. Patricia Highsmith hinterließ nach ihrem Tod 1995 ein umfangreiches Privatarchiv mit Tagebüchern, Briefen und Notizen. Durch dessen Auswertung und in zahlreichen Gesprächen mit Freunden und Geliebten der Autorin gelang es Andrew Wilson, die Geheimnisse der Autorin, ihre Affinität zu ihren ambivalenten Figuren und die Wurzeln ihres kreativen Schaffens aufzuklären.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2004
Auf düstere Weise faszinierend waren ihre Romane, auf düstere Weise faszinierend war auch die Frau selbst: Milo Rau entdeckt in Andrew Wilsons Biografie von Patricia Highsmith "eine vielstimmige, elisabethanisch anmutende Tragödie", sehr sorgfältig recherchiert. Wo andere Biografen das Leben ihrer Helden zum Anlass nähmen, Allgemeinplätze über die Zeitgeschichte auszubreiten, habe Wilson sich in die Archive begeben, sich in die Tagebücher der Autorin vertieft, mit Augenzeugen gesprochen. Die "Häufung der Details entwickelt einen eigenartigen Sog", bekennt Rau. So erschließe Wilson einen bislang unbekannten, in jedem Falle aber dunklen Kontinent, auch wenn er mit dem Bild von der "mürrischen Frau mit dem Hang zum Bösen" aufräume. Schon als Kind war die Highsmith an den finsteren, obsessiven Seiten der menschlichen Psyche interessiert, erfahren wir, und sie legte es offenbar darauf an, auch mit ihrem Leben zu beweisen, dass "die Befreiung durch Jazz, Drogen und Sex" nur der Köder war, "an dem das Unglück hängt". Ihre poetologische Maxime: "Die Verbesserung oder Verdichtung eines Plots besteht in der Anhäufung von Unglück für den Helden" machte sie sich auch für ihr privates Dasein zu eigen. Minutiös zeichnet ihr Biograf nach, so der faszinierte Rezensent, wie "das Leben der Autorin ins Verhängnis rutscht".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.12.2003
Marion Lühe fühlt sich bei der Bewertung der Biografie etwas hin- und her gerissen. Einerseits ist es durchaus interessant, was der Autor Andrew Wilson über die oft als Krimiautorin missverstandene Autorin zu erzählen weiß, anderseits ist sie bisweilen etwas genervt von seiner voyeuristischen Herangehensweise und seinen vulgärpsychologischen Deutungen: "Bei allem wissenschaftlichen Anspruch droht Wilsons teilweise spannende, gut lesbare Biografie bisweilen ins Kolportagehafte abzugleiten und die Distanz zu ihrem Gegenstand zu verlieren". Doch Highsmith hatte einfach eine interessante Persönlichkeit und eine ebensolche Lebensgeschichte - das macht diese Biografie lesenswert. Und trotz aller Zweifel der Rezensentin hat die Art, wie Wilson die Themen präsentiert, für sie durchaus einen Reiz: Es lasse sich gerade in der Mischung aus Innen- und Außensicht, literarischen Zitaten und Klatsch unbestritten auch ein gewisser Reiz erkennen. Und trotz seiner Freude an psychologischen Deutungen findet Lühe, dass Wilson mehr anzubieten hat als "die schlichte Formel 'Unglückliche Kindheit plus Verdrängung gleich Schriftsteller'".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2003
"Vorbildlich" sei es dem jungen Journalisten Andrew Wilson, der hier sein erstes Buch vorlegt, gelungen, "bei aller Nähe einen kritischen (vielleicht sehr britischen)" Respekt vor dem Leben seines Subjekts Patricia Highsmith zu wahren, lobt Regula Venske. Die misanthrope, auch schrullige und manchmal boshafte Schriftstellerin mache es nämlich Leser und Biograf nicht leicht, ihre Paradoxien zu ertragen. Gut gefällt der Rezensentin, wie Wilson alle Beteiligten selbst zu Wort kommen lässt, in Form von Gesprächen, Briefen und Tagebuchnotizen. "Elegant und plausibel" verknüpfe er außerdem Highsmiths literarisches Werk mit dem Leben, "ohne es freilich darauf zu reduzieren". Durch die Lektüre ist der Rezensentin darüber hinaus erst klar geworden, wie europäisch die gebürtige Amerikanerin Highsmith schrieb.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich
Aus dem Isländischen von Benedikt Grabinski. Eine isländische Kindheitsgeschichte, die am Ende des Zweiten ...
Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael
Als bei den Olympischen Spielen in München im September 1972 elf israelische Sportler von einer palästinensischen ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








