Wer kennt es nicht, das Märchen vom gestiefelten Kater? Den deutschen Dichter und "König der Romantik" Ludwig Tieck hat die berühmte Kindergeschichte einst zu seiner gleichnamigen Märchenkomödie inspiriert. Jetzt gibt's das romantisch-ironische Stück im Stück erstmals auch im Bilderbuch, neu erzählt von Bruno Blume: Über die Bühne stiefelt unverdrossen der kluge Kater, im Parkett tobt ein übellauniges Publikum und hinter den Kulissen rauft sich der verzweifelte Dichter die Haare. Ein wunderbar turbulenter Balance-Akt zwischen Fantasie und Wirklichkeit mit herrlich schwungvollen Bildern von Jacky Gleich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2004
Einen Heidenspaß hat Christine Dössel mit diesem Buch gehabt, das Ludwig Tiecks berühmtes Märchen zu einer erhellenden und kindgerechten Lektion über das Theater macht. Sehr anschaulich findet die Rezensentin Bruno Blumes Text, der sich behutsam an die romantische Vorlage anlehne und dabei eine "prägnant komische Theaterinnenansicht" entstehen lasse. Große Freude haben ihr auch Jacky Gleichs Illustrationen bereitet, die einem schön "satirisch gespitzten Kohlestift" zu entspringen scheinen.
Jens Thiele schließt sich der Verlagswerbung an, die das von Bruno Blume neu erzählte und von Jacky Gleich bebilderte Theaterstück, das Ludwig Tieck unter dem Pseudonym Peter Leberecht veröffentlichte, zum "Lesen und Lachen für große und kleine Theaterfans" empfiehlt. Dabei macht Tieck es den Zuschauern nicht einfach: Es gebe Pannen auf der Bühne, Ärger im Parkett und Streit zwischen den Akteuren, berichtet der Rezensent und bezeichnet das Stück als "Publikumsbeschimpfung". Doch Blume und Gleich sei es gelungen, "die beiden Ebenen, Bühne und Parkett, Märchenstück und Zuschauer, zusammenzubringen", urteilt Thiele und lobt die leicht und kurzweilig geschriebene Neufassung des Textes und die "komisch-grotesken" Figuren.
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