Mit 450 Farb- und 100 s/w-Abbildungen. Knapp nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet, sah die Wiener Werkstätte ihre Hauptaufgabe darin, freie und angewandte Kunst, Zweck und Form wieder zu einer Einheit zu verbinden, sämtliche Lebensbereiche mit Kunst zu durchdringen, also auch den "geringsten" Gegenständen des Alltags ästhetische Sorgfalt angedeihen zu lassen. Das Ergebnis war, ein letztes Mal noch, das Gesamtkunstwerk, exemplarisch im erhaltenen Brüsseler Palais Stoclet, der bedeutendsten Gesamtschöpfung des internationalen Jugendstils, ausgewiesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2003
Georg Imdahl lobt, dass dieses Buch zum hundertsten Jubiläum der Wiener Werkstätte von Christian Brandstätter, einem "langjährigen Kenner der Wiener Bewegung", sich "höchst wohltuend vom üblichen Buch vom Typ 'opulenter Prachtband' abhebt, wie er bei solchen Jubiläen" ansonsten "gleichsam automatisch fällig scheint". "Kaum Text" nämlich finde man hier, "dafür eine Menge wohlplazierter Bilder". Außerdem ist der Herausgeber, erfährt man, bei seinen Recherchen für dieses Buch auf einiges "bislang unbekannte" und noch "kaum publizierte Material" gestoßen, das diesem Band nun zusätzlich Aktualität verleiht. "Mustergültig" ließen sich darüber hinaus hier nun Entwürfe, Projektskizzen und Postkarten anhand zeitgenössischer Fotografien mit den architektonischen Resultaten der Wiener Werkstätte vergleichen, die neben Geschirr etwa, Terrinen, Tischuhren, Blumentischen, Gitterkörbchen, Vasen und Mode auch komplette Interieurs entwarf und realisierte - und in diesem Sinne, wie Imdahl betont, wohl auch als wichtigste Vorläuferin der "Corporate Identity" und der Idee eines "korporativen Designs" gelten darf
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