Kultur hat man bisher überall vermutet, nur nicht im Management. Morgen Witzel rückt dieses Bild zurecht. In Kunst, Kultur und Politik haben Manager und Unternehmer die Welt vorangebracht und einen wesentlichen Beitrag zur Zivilisation geleistet: der Bau der Pyramiden in Ägypten und die große Mauer in China waren vor allem auch Managementleistungen. Die damaligen Manager haben Prinzipien und Methoden angewandt, die zum großen Teil auch heute noch Gültigkeit haben und von denen wir lernen können. Morgen Witzel beschreibt diesen kulturgeschichtlichen Zusammenhang. Er zeigt aber auch die Entstehung der einzelnen Managementdisziplinen, wie Marketing, Organisation, Strategie oder Finanzen und erklärt, wie sie zu dem wurden, was sie heute sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2003
Morgen Witzel hat sich, wie man von Rezensent Benedikt Koehler erfährt, einen Namen gemacht mit Veröffentlichungen zur Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre. Entsprechend nähere man sich diesem Buch, schreibt Koehler, zunächst mit der Erwartung, sein Thema sei wohl von eher archivarischem als von aktuellem Belang. Doch, so lobt der Rezensent, Witzel zerstreue diese Befürchtungen bald. So berichtet Witzel etwa davon, wie schon antike "Manager" umfassendes Wissen über den optimalen Einsatz von Kapital und Arbeit "mobilisierten" oder wie beim Bau der Cheops-Pyramide eine Organisation mit siebzehn Hierarchieebenen verwirklicht wurde; vor allem aber davon, wie groß der Beitrag der mittelalterlichen Klöster - die bis zur Reformation ein Viertel des europäischen Bruttosozialproduktes erwirtschafteten, wie Koehler erwähnt - zur Entwicklung des Wissens um Organisationen waren. Selbst noch an den modernen Beispielen findet der Rezensent "frappierend", wie viele Innovationen im Managementdenken den Motor wirtschaftlicher Dynamik nicht im Gewinnstreben, sondern "in der Entfaltung zivilisatorischen Fortschritts" sahen. Koehler hätte sich zwar auch ein ausführlicheres Register und eine umfangreichere Bibliografie gewünscht, wirklich schwer zu verzeihen findet er allerdings nur den deutschen Titel, der den Sinn des Originals ("Builders and Dreamers. The Making and Meaning of Management") geradezu entstelle.
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