Bücher der Saison
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Klappentext
Auf der medialen Bühne des 20. Jahrhunderts erscheinen die großen Akteure von Stolypin bis Putin, von Lenin bis Gorbatschow, und wir erfahren, warum und wie sie ihre Visionen verspielten oder verloren.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2004
Die Autobiografie von Alexander Jakowlew, einem Vertrauensmann des letzten sowjetischen Parteichefs, Michail Gorbatschow, bietet nicht nur einen Lebensbericht, sondern - darüber hinaus - auch eine Auseinandersetzung mit Russlands Schicksal im 20. Jahrhundert, berichtet der "A. O." zeichnende Rezensent. Ausführlich referiert er die Stationen von Jakowlews Karriere, vom schlauen Bauernbub zum stellvertretenden Leiter der Abteilung für Propaganda bereits im Sekretariat des Zentralkomitees und Gorbatschow-Vertrauten, um dann auf die Kapitel über die russische Vergangenheit einzugehen. Dabei hebt er hervor, dass Jakowlew bei seiner Abrechnung mit der Sowjetära die terroristische, verbrecherische Natur des Regime der Bolschewiken belegt. Insgesamt lesen sich Jakowlews Erinnerungen nach Einschätzung des Rezensenten "nicht ganz leicht", was er auf die Vorliebe des Autors für abstrakte Ausdrucksweise zurückführt und auch darauf, dass weder Autor noch sein Übersetzer besonders sprachmächtig sind. Trotz der Ausführlichkeit des Buches hat der Rezensent zudem das Gefühl, dass etwas Wichtiges fehlt. So erscheint ihm zwar "wertvoll", was Jakowlew als Historiker beisteuert. Als Zeitzeuge liefert ihm Jakowlew allerdings zu wenig. Das Unglück im Nuklearkraftwerk Tschernobyl etwa werde bei Jakowlew zu einer Nebensächlichkeit und auch über den Putschversuch 1991 erzähle er nur Äußerlichkeiten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2004
Rezensent Werner Adam führt Alexander Jakowlew als einstigen sowjetischen Funktionär vor, der 1959 ins Zentralkomitee der KPdSU kam, Chruschtschow aus nächster Nähe erlebte, unter Breschnew stellvertretender Leiter des Agitprop-Referats war und schließlich unter Gorbatschow zum Vater der Glasnost avancierte. Dieser Mann nun rechnet in seinem Buch "Die Abgründe meines Jahrhunderts" mit der sowjetischen Vergangenheit und besonders mit Lenin ab - und zwar so schonungslos, wie es noch kein russischer Politiker bisher getan hat. Aber auch die Frage, wer die Schuld an der russischen Vergangenheit trage, beantworte er genauso gnadenlos, stellt der Rezensent fest: "Wir selbst sind schuld", zitiert er der Autor. Auch sein Ausblick auf Russlands Zukunft fällt nicht gerade schönfärberisch aus. Wie Rezensent Werner Adama darstellt, sieht er eine neue "Herrschaftskaste der Staatslakaien" am Werke, die die Russen in "eine fügsame Herde" zurückzutreiben versuche.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.11.2003
Als "wichtigstes Russland-Buch der letzten Jahre" rühmt Thomas Urban die Memoiren von Gorbatschows Berater und späterem Politbüromitglied Alexander Jakowlew. Dabei sei das Buch nicht nur die persönliche Lebensbilanz des Autors, sondern eine "gnadenlose Analyse" der Perestrojka sowie ein Abriss der Geschichte der Sowjetunion, fasst der Rezensent zusammen. Besonders "farbig" sind Jakowlew seiner Ansicht nach die Schilderungen der Auseinandersetzungen Gorbatschows mit den reformunwilligen Parteimitgliedern gelungen. Als "beklemmend" dagegen hat Urban die "gnadenlose" Beschreibung von Gorbatschows letzter Regierungszeit empfunden, in der er dieser sich als "beratungsresistent" und dem "Palastsyndrom erlegen" gezeigt habe, wie der Autor - zu dieser Zeit Mitglied des Politbüros - darlegt. Der Rezensent würde dieses Buch gerne zur "Pflichtlektüre" für jeden an Russland interessierten Leser erheben, und das nicht zuletzt wegen der ebenfalls dort enthaltenen "scharfsinnigen" Darstellung der Anfänge der Sowjetunion. Hier hat ihm besonderes imponiert, mit welch klaren Worten Jakowlew Lenin als "gewissenlosen Tyrannen" anprangert, der von manchen "westlichen und erst recht russischen Intellektuellen" heute noch verehrt wird, wie Urban betont.
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16.03.2010: Einfach brillant findet die NZZ, mit welch bitterer Lust und scharfem Geist Shahriar Mandanipur in seinem Roman "Eine iranische Liebesgeschichte zensieren" einen Iran ohne Hoffnung schildert. Die FR preist Georg Kleins "Roman unserer Kindheit" als Wundertüte der Erzählkunst (hier eine Leseprobe). Mit Begeisterung liest die FAZ Richard Obermayrs Roman "Das Fenster". Sehr empfehlen kann die SZ Juan Jose Millas' Roman "Meine Straße war die Welt", aber auch Erik Orsennas Reportage "Die Zukunft des Wassers". Mehr lesen
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11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
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