Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Iwan Bunin

Ein unbekannter Freund

Zwei Erzählungen

Cover: Ein unbekannter Freund

Dörlemann Verlag, Zürich 2003
ISBN-10 3908777011
ISBN-13 9783908777014
Gebunden, 70 Seiten, 14,80 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen von Swetlana Geier. Mit einer Zeittafel zu Leben und Werk und einem Porträtfoto des Autors. Eine passionierte Leserin kauft zufällig ein Buch... und findet sich selbst im Geschriebenen wieder. Verzaubert schreibt sie an den ihr unbekannten, doch so vertrauten Freund, den Autor. Wird er ihr antworten?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2003

Schon 1933, als Iwan Bunin als erster Russe den Literaturnobelpreis erhielt, kannte man ihn im Westen kaum. Dabei lebte er, dem die Revolution als "apokalyptischer Untergang der russischen Kultur" erschien, längst in Frankreich. Sehr viel hat sich nicht verändert, meint Ulrich M. Schmid, nach wie vor werde sein Rang verkannt. So zähle etwa die nun von Swetlana Geier "einfühlsam übersetzte" Erzählung zu den "schönsten Prosatexten der russischen Literatur". Ihr zugrunde liege eine Umkehrung der Schreibsituation, denn sie besteht aus den fiktiven Briefen einer Leserin an einen Autor, in denen sie ihm "ihr innerstes Seelenleben" mitteilt. Der Text aber bleibt monologisch, wie für gewöhnlich jeder Text eines Autor an ein anonymes Publikum, so Schmid. Eine Lehre freilich ist aus der Erzählung nicht zu ziehen, meint unser Rezensent, die "enorme literarische Ausdruckskraft" Bunins verdanke sich vielmehr seiner "Subtilität".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.11.2003

Zunächst skizziert Rezensent Thomas Urban kurz die Handlung des kleinen Romans: Eine feine Dame liest einen Roman und erkennt sich in der Hauptfigur aufs Erstaunlichste wieder. Daraufhin schreibt sie dem Autor über Jahre hinweg, ohne je eine Antwort zu erhalten. Doch diese Skizze, so Urban, ist außerstande, das eigentliche einzufangen. Denn hier gehe es weniger um ein einzelnes entscheidendes "Ereignis" als um einen sich nicht lösenden "Spannungsbogen" mannigfaltiger "Seelenzustände". Ganz in der Tradition der großen russischen Erzähler verwende Bunin seine sprachliche Präzision nicht darauf, "psychologisierende" Porträts zu entwerfen, sondern innere Regungen bestenfalls "anzudeuten", und zu einem "roten Faden" der grundlegenden menschlichen Fragen zu spinnen: "Liebe", deren "Unmöglichkeit" und der "Tod". Dies gelingt ihm, so Urban begeistert, mit "großer Meisterschaft".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren