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Klappentext
Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. Zum 200. Todestag Immanuel Kants (1724-1804) erzählt Manfred Kühn in der ersten umfassenden Biografie des großen Denkers seit über zwei Jahrzehnten Kants Leben und stellt sein philosophisches Werk vor. Heinrich Heine hat gespottet, von Immanuel Kant könne niemand eine Lebensgeschichte schreiben, denn Kant habe weder ein Leben noch eine Geschichte gehabt. Manfred Kühn räumt mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines eleganten und geistreichen Gentleman, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt Königsberg spielte.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Kant. Eine Biografie - Info bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2003
Mit Kant, so der Rezensent Otto A. Böhmer, ist man auf der sicheren Seite. Der Philosoph hat sich durch die Jahrhunderte als krisensicherer Klassiker erwiesen, geradezu "außer Konkurrenz". Das Leben, das Kant führte, gilt freilich nicht gerade als spannende Angelegenheit - und das wird es auch in dieser Biografie nicht, wie Otto A. Böhmer feststellt, auch wenn mit manchem Vorurteil aufgeräumt wird. Kants Leben war "ereignisreicher und sinnenfroher" als weithin angenommen, dennoch widmet sich die neue Biografie in erster Linie dem jüngeren Kant und vor allem dem "Abenteuer der Gedanken", nicht der Taten. Und genau dadurch, meint Böhmer, gelingt Kühn das schwierige Unterfangen, "weitgehend" jedenfalls, diese neue Biografie setze trotz namhafter Vorgänger "eigene Maßstäbe".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.11.2003
Unter den drei neuen Biografien Kants, die anlässlich seines 200. Todestags am 12. Februar 2004 erschienen sind, erscheint Rezensentin Christine Pries die von Manfred Kühn als die nüchternste. Zwar wird sie nach Einschätzung von Pries in akademischen Kreisen die größte Beachtung finden. Doch den von Kühn beabsichtigten Versuch, Kant auch dem Nicht-Philosophen nahe zu bringen, hält sie - trotz einiger "großartiger Passagen" - für misslungen. Die im engeren Sinn philosophischen Teile findet Pries dagegen an manchen Stellen "irritierend oberflächlich", wofür sie Kühns Wunsch, auch ein Laienpublikum anzusprechen, verantwortlich macht. Die Stärke dieses Kant-Buches sieht sie in der Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte der Werke sowie von Kants Umfeld. Die Sorgfalt, die Kühn hierauf verwende, suche ihresgleichen. Insgesamt hat sie das 600 Seiten starke Werk nicht so ganz überzeugt. Ihr Resümee: "weder Fleisch, noch Fisch".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2003
Im Vorfeld von Kants zweihundertstem Todestag im kommenden Februar sind nun gleich drei Kant-Biografien mit einem jeweils eigenen Schwerpunkt erschienen, die Rezensentin Sonja Asal allesamt überzeugt haben. Gemeinsam ist den Biographien ihre anschauliche Darstellung der "spröden Materie der Kantischen Philosophie" - ein "außergewöhnlicher Glücksfall", wie Asal findet. Manfred Kühns Kant-Biografie widmet nach Auskunft Asals als "Kontrapunkt zum tradierten Kantbild" dem jungen Kant "größere Aufmerksamkeit". Insbesondere die Passagen über Kants Abneigung gegen die Art von Zucht und Disziplin, der er im pietistischen Collegium Fridericianum unterworfen war, findet sie innovativ. Kühn komme hier zu dem Schluss, Kant habe aus seiner frühen Begegnung mit dem Pietismus "begrifflich nur sehr wenig, wenn überhaupt etwas" (Kühn) gelernt. Dagegen sehe er Kants Entwicklung seiner moralischen Grundbegriffe eher vom Ethos des Handwerks und der Zünfte beeinflusst. Generell zeichnet sich Kühns Darstellung nach Ansicht Asals dadurch aus, dass sie sich nicht auf intellektuellen Einflüsse (denen Kühn gleichwohl ausführlich nachgehe) beschränkt, sondern zahlreiche Freunde, Schüler und Kollegen Kants auftreten lässt und darüber hinaus einen "sozialen Kosmos" aus Kaufleuten, Adeligen, Universitätsangehörigen und städtischen Honoratioren entfaltet.
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