Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mainz liegt am Mississippi. Mit 19 Jahren die große Freiheit. Die Welt steht offen. Alles ist möglich. Doch auf den jungen Mann lauert gleich in der ersten Biegung auf dem Weg ins selbstbestimmte wilde Leben der Zivildienst. Leon, einen frühvollendeten Meister in der Kunst zielstrebiger Orientierungslosigkeit, verschlägt es in den Hochsicherheitstrakt eines Mainzer Krankenhauses: die Zentralsterilisation.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2004
Wolfgang Schneider ist ganz angetan von diesem neuen Buch von Marcus Braun. Er findet ihn zwar noch nicht brillant, wähnt den Autor aber auf dem richtigen Weg. Brauns Stil beschreibt er, ähnlich wie seinen Protagonisten, als "leicht überkandidelt und cool, lakonisch und gespreizt zugleich". Das führt manchmal zu guten Passagen - etwa wenn der Protagonist die Atmosphäre in seinem Elternhaus beschreibt -,klingt aber für Schneiders Geschmack an anderen Stellen ein bisschen "sehr gewollt". Mit der Handlung ist der Rezensent ganz glücklich, es gibt ausreichend Verwicklungen, um keine Langweile aufkommen zu lassen: "Die alte Wahrheit, dass zu einer guten Liebesgeschichte mindestens drei gehören und der literarische Mehrwert sich vor allem dem Nebenbuhler verdankt, kommt in vielfacher Hinsicht zur Geltung", stellt der Rezensent befriedigt fest. Und auch dass die Geschichte in Mainz und Umgebung und nicht im literarisch überrepräsentierten Berlin angesiedelt ist, gefällt Schneider.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2004
Marcus Brauns Buch sei "ein schöner Klamauk", urteilt Kai Martin Wiegandt. Es erzählt aus dem Leben des Zivildienstleistenden Leon, der, von seinem Zivi-Dasein gelangweilt, als "passiv programmiertes Individuum" zum Spielball des Zufalls wird, so der Rezensent, und damit auch zum Spielball der Frauen. Dabei sei der Autor ein "Sprachschöpfer und quacksalbernder Philosoph von Gnaden", dem immer etwas Abartiges einfalle und dem es mit bemerkenswerter Sicherheit gelinge, Alltägliches witzig zu sagen, meint Wiegandt und berichtet von "gezielt unpassenden Heideggerparaphrasen". Der bekannte und enge Rahmen des Zivildienstes bewahre Brauns Buch davor, bloß eine Reihe amüsanter Episoden zu sein, doch als "Daseinsanalyse des Zivildienstleistenden", die dessen "ziellos vorwärtsstolpernde Durchschnittlichkeit" in den Blick nehmen müsse, fehle manchmal der umspannende Rahmen und es werde zu "spätpubertär legitimiertem Krach", der aber sogar dann noch Freude bereite, wenn auch nur eine kurze, beschreibt Wiegandt die Schwäche des Buches.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003
Hans-Peter Kunisch hat rein gar nichts dagegen einzuwenden, dass ein bekanntermaßen eleganter Prosaist wie Marcus Braun einen Roman über einen jungen Mann schreibt, der sich für die Liebe nach Art eines unbeschwerten Zivildienstleistenden und für sonst gar nichts interessiert. 200 Seiten ohne Tiefe? - "eine schöne Kunst". Nur: "Leichtgewichtige Romane haben das Problem, dass Leichtgewichte nicht weit tragen." Da müssen der Geschichte des Taugenichts namens Leon noch ein paar unschöne Sätze zugefügt werden, "gegen allzu flüssiges Lesen". Geäußert werden sie, so Kunisch, von einer Nebenfigur, und von derartigen Störenfrieden in der sinnfreien Idylle hätte er sich noch ein paar mehr gewünscht.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







