Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Ute Spengler. Im 21. Jahrhundert, zwei Generationen nach einem Atomkrieg, an den sich nur die Ältesten erinnern, existieren auf den Florida Keys die letzten Reste der Zivilisation, am Leben erhalten durch rührige Menschen wie Mr. Cheong, früher Manager des Miami-Sinfonieorchesters. Parallel sind primitive Gesellschaften entstanden, etwa die der "Sumpfleute", die der Israeliten oder die der Fischer. Zu ihnen gehört Fiskadoro, ein der Sprache kaum mächtiger Junge, der durch einen archaischen Initiationsritus seine Persönlichkeit eingebüßt hat.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2004
In die apokalyptische Vision eines verstrahlten Amerikas wurde Rezensent Thomas Hermann gezogen. Denis Johnson, "düsterer Visionär mit feinem Einfühlungsvermögen für ausgelieferte Individuen", imaginiere in diesem frühen, 1985 erstmals im Original und 1990 erstmals auf Deutsch erschienen Roman, der nun in einer "durchgesehenen Übersetzung" vorliegt, das Leben nach einer nuklearen Katastrophe. Er schildert, so der Rezensent, das Dahinvegetieren der Überlebenden, deren Gedächtnis von der Bombe "gelöscht" wurde, und zeigt Menschen, neben denen Hemingways "trinkfeste Exilanten" wie eine "biedere Jassrunde" wirken. In einem Lesekreis, in dem die Zeugnisse der untergegangenen Welt mit "hilflosem Eifer" besprochen werden, versuche Herr Cheung die Erinnerung an das Leben vor der Katastrophe wach zu halten. Unter Johnsons Schilderung dieser "ausgebombten Geisterwelt" liegen als historischer "Subtext" Vietnam und Hiroshima, so dass Hermann diesen Roman vor allem als "eindringliches Plädoyer wider das Vergessen" gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Denis Johnson hat wirklich ein außerordentlich gutes Händchen für steinalte Figuren, schwärmt Rezensent Henning Ahrens. Doch gibt es in Johnsons 1985 geschriebenem und jetzt erst ins Deutsche übersetztem Roman eben nicht nur Greise. "Vordergründig" handele es sich bei "Fiskadoro" um einen "Katastrophenroman", der sich eines seiner Zeit gemäßen Schreckenszenarios, nämlich des Post-Atomschlages als "Versuchsfeld für Menschheitsfragen" bediene. Über das gleich zweimal atomar angegriffene Key West, das nun "Twicetown" heißt, wird eine Quarantäne verhängt - eine Erzählsituation, die es dem Autor erlaubt, wie "Pilzkulturen im Labor" gedeihende "Kulturen der Menschheit" in Szene zu setzten, erklärt der Rezensent. Diese Kulturen bleiben eher unter sich, so Ahrens weiter, bis auf eine Ausnahme: Fiskadoro, der sich zu einer Gemeinschaft und dann zur nächsten gesellt und dadurch "mehrere Stationen" durchläuft, "vom Profanen zum Archaischen zum Prophetischen". Als grundlegende Motive erkennt der Rezensent die "Wiedergeburt" und das Ineinanderübergehen von "Traum und Wirklichkeit", doch er wirft Johnson vor, dabei zu programmatisch vorzugehen und die geschilderten Ereignisse immer wieder überdeutlich symbolisch aufzuladen. Fiskadoro, so Ahrens, bleibt eine "blasse Gestalt", da er den Autor lediglich als Bedeutungsträger und weniger als Mensch zu interessieren scheint.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







