Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Das Denken ist ohne das Fühlen nicht vorstellbar - und das Zusammenspiel beider nicht ohne die Signale des Körpers. Doch inwieweit ist der Mensch von diesem neurobiologischen Dreieck determiniert? Worin ist die Freiheit des Willens begründet? Damasio treibt uns im Spinoza-Effekt an die Grenzen der wissenschaftlichen Forschung: Ein ebenso radikales wie intellektuell überzeugendes Plädoyer für Ganzheitlichkeit.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.12.2003
Besser wäre es wohl gewesen, wenn Antonio R. Damasio sein Kerngebiet, die Hirnforschung und ihre Relevanz für das menschliche Gefühlsleben, nicht verlassen hätte, befindet Rezensent Martin Hartmann. Doch Damasio begnügt sich nicht damit, seine Unterscheidung zwischen Emotionen und Gefühlen sowie deren biologische Funktion zu erörtern, er will mehr: nämlich im Anschluss an biologisch interpretierte Passagen Spinozas das gesellschaftliche Leben im Ganzen erklären - was Hartmann ziemlich ärgerlich findet. Das gilt insbesondere für die Geschwindigkeit, mit der Damasio von "vermeintlich neurobiologisch abgesicherte Fakten" zu "sozialen Empfehlungen" übergeht. Hartmann hebt dagegen hervor, dass die Art und Weise, wie sich biologische Strebungen zur Geltung bringen, nicht unabhängig von der Kultur und dem sozialen Umfeld ist, in dem ein Organismus lebt. Damasios Vorstellung einer neurobiologisch beschreibbaren Schicht guter oder gesunder natürlicher Reaktionen, weist Hartmann zurück. "Kulturell codierte Interpretationen reichen in diese Schicht immer schon hinein", erklärt er, "was allemal für komplexe Gefühle wie Scham oder Schuld gilt." Das Bedürfnis der Biowissenschaften, den Humanwissenschaften das Interpretationsmonopol dieser kulturellen Codes streitig zu machen, schließt der Rezensent, gelte es daher "vorerst behutsam und doch energisch" zurückzuweisen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2003
Helmut Mayer beschäftigt sich in seiner Rezension mit der "Mythologie des Gehirns", zu der es seiner Ansicht nach in letzter Zeit durch neurologische Fachpublikationen wie auch durch populärere Veröffentlichungen gekommen sei. Allerdings, so stellt er fest, komme es zu zahlreichen, auch begrifflichen Verwirrungen bei den vielen Versuchen, den Zusammenhang von Mensch, Hirn und Emotionen darzustellen. Diesen Vorwurf macht der Rezensent auch dem neuen Buch von Antonio Damasio, dem eigentlich wegen seiner vorangegangenen Untersuchungen zum Zusammenhang von rationaler Entscheidungsfähigkeit und emotionalem Empfinden Anerkennung gebühre. In seiner neuesten Veröffentlichung allerdings unternehme Damasio den Versuch, "emotionales Verhalten vom begleitenden Fühlen" abzusetzen. Für diese Unterscheidung gebe es, so der Rezensent, keinerlei empirische Notwendigkeit, und auch seine Begriffsklärungen seien nicht haltbar, weshalb auch Damasio nicht von den schon erwähnten Verwirrungen freizusprechen sei. Zur Klärung der Begrifflichkeiten wie auch der Zusammenhänge bleibt Helmut Mayer nur, dem Leser das Buch "The Philosophical Foundations of Neuroscience", eine Zusammenarbeit des Neurologen M.R. Bennett und des Philosophen P.M.S. Hacker, ans Herz zu legen.
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