Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Und woran glauben Sie? An Geld oder an Leben? - Die Leute in diesen Erzählungen glauben alle an etwas anderes: Die Großmutter an Pfifferlinge, ein Kind an Schokoriegel, Mütter an die große Liebe und die heile Familie, Väter an die Freiheit, eineLehrerin an die Gerechtigkeit und die Studenten zunächst an Nein-Danke und später an die große Geldvermehrung. Solange man an sie glaubt, scheint sie ja auch zu funktionieren. Oder etwa doch nicht?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.10.2003
Es ist der neunten Prosaband der Autorin, die Protagonisten - darunter eine Heranwachsende, die in den siebziger Jahren nach alternativen Lebensentwürfen jenseits des Horizonts ihrer Familie sucht - sind mittlerweile schon alte Bekannte, stellt Maike Albath missgelaunt fest. Auch die "stilisierte Naivität", mit der die Ich-Erzählerin ausgestattet ist, geht der Rezensentin auf die Nerven, nicht zuletzt, weil sie auch diesen Tonfall aus den vorhergehenden Büchern der Autorin zur Genüge kennt. Die Erzählweise Vanderbekes, die auf Wiederholungen, umgangssprachliche Wendungen, "ungeschminkte Einfalt" und "Lakonie" setzt, ist inzwischen zur "Masche" geworden, mäkelt Albath. Am meisten aber stört sie der "tantenhaft belehrende Unterton", mit dem die Ich-Erzählerin als "neunmalkluge, unangepasste Hüterin des Wahren" gegen die materialistische Haltung ihrer Umwelt zu Felde zieht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2003
Den Titel des neuen Buches von Birgit Vanderbeke bezeichnet Rezensent Martin Krumbholz rundheraus als Schlamperei. Hier werde, wie er findet, die Einsicht, dass Leben Geld kostet, was der Rezensent als ein Grundthema des Buches identifiziert, "frohgemut ins Gegenteil verkehrt". Krumbholz vermutet, dass dies einen Fan der Autorin wenig stört, da doch auch in dieser Neuerscheinung der typische Vanderbeke-Sound erklinge: Das Kind im Leser werde auch hier wieder behutsam an die Hand genommen, ihm werde die Welt gezeigt, "wie sie eben nicht ist: quadratisch, überschaubar sauber und feinkörnig wie im Sandkasten". Was herausspringt sei "Einverständnis auf schlichtestem Niveau", urteilt Krumpholz. Ihm wird jedoch bis zum Ende des Buches nicht klar, was die Autorin eigentlich erzählen will. Dass mal wieder die Kinderseele im Leser gestreichelt wird, stellt ihn jedenfalls ganz und gar nicht zufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2003
Der naive Blick kann so manche Dinge auf Anhieb vereinfachen und anschaulich machen, schickt Tobias Döring seiner Besprechung voraus. Ein Kunstgriff, der aber nicht immer funktioniert, wie Döring wohl mit dieser Einleitung andeuten will. Denn die Erzählerin in Birgit Vanderbekes neuester Erzählung stelle sich ganz einfach dumm, stellt er fest, um uns, "zu lehren, die Welt unverstellt zu sehen". Auch in "Geld oder Leben", das den Werdegang einer jungen Frau in den 70er, 80er und 90er Jahren erzählt, von der politisierten Gymnasialzeit über die öko- und friedensbewegte Uni bis zu den konsumterroristischen 90ern mit Kabelfernsehen und Werbepausen, gebe es starke typische Vanderbek'sche Momente, gibt Döring zu; doch wögen diese nicht die triviale Bordüre aus Binsenwahrheiten auf, deren schlichte Machart durch das Gutgemeinte auch nicht verbessert würde. Dass Konsumterror und Markenwahn entrüstenswert sind, sei so weit nachvollziehbar, meint Döring; aber wer das vermeintlich wahre Leben so platt dagegensetze, mache sich selbst modeverdächtig. Überhaupt nervt ihn, wie Vanderbeke alles umschreibt: da dürfen die Dinge nicht mehr beim (Artikel-)Namen genannt werden, höhnt er, weil man ihnen ja sonst "in falschem Glauben verfallen" könnte.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







