Bücherschau der Woche
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Klappentext
In dieser ersten umfassenden Geschichte der Astrologie beschreibt Kocku von Stuckrad, wie die Sternkunde in Mesopotamien entstanden ist, welche Bedeutung sie im Alten Ägypten hatte und wie das Wissen um den Lauf der Planeten und Sterne in Antike, Mittelalter und Renaissance verfeinert wurde. Er geht der Rolle der Astrologie in unterschiedlichen philosophischen Systemen und in den großen Religionen nach und zeigt, welche neuen Wege die Sterndeutung in der Neuzeit eingeschlagen hat, nachdem ihre Berechtigung zunehmend in Frage gestellt wurde.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2003
Jetzt da Nostradamus seinen 500. Geburtstag feiert, wendet sich der Rezensent Christian Jostmann den Sternen zu. Nicht dass er viel von der Astrologie halte, aber Kocku von Stuckrads "Geschichte der Astrologie" sei ein "einfühlsames Buch" und eine gute Einführung in die "uralte Kulturtechnik" der Astrologie und deren "Mentalität". Stuckrad folge dem konstruktivistischen Ansatz und erörtere die Astrologie als sinn- und ordnungsstiftendes Zeichensystem, was dem Rezensenten gut gefällt, da es erlaubt, die Astrologie als Erklärungsmodell gleichberechtigt neben andere zu stellen. Schade findet Jostmann allerdings, dass die Details teilweise zu oberflächlich gehandhabt werden und die Kenntnis der Quellen streckenweise lückenhaft bleibt. Tiefere "Sinnstiftung" solle man sich von dem Buch nicht erwarten, so Jostmann, denn Stuckrad bescheinige der Astrologie zwar einen "therapeutischen Wert", dieser sei aber an die "Latenz" gebunden: Bewusst könne man sich selbst mit ihrer Hilfe nicht heilen. Da hält es Jostmann lieber mit Pater Browns Antwort auf die Frage, warum er an Gott glaube: "Weil ich sonst an jeden Unsinn glauben müsste."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2003
Sie kann auf eine lange - 3000-jährige - Geschichte zurückblicken, ein Gegenstand der Forschung ist sie aber erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit: Die Astrologie. Das mag damit zu tun haben, dass sie nach ihren steinzeitlichen Anfängen in der Antike selbst "zum Kanon der Wissenschaft" gehörte, wie Helmut Zander informiert. Jahrhunderte später wurde die Vorstellung von belebten Sternen von der modernen Astronomie widerlegt, die Astrologie musste sich als Lieferantin von Psychogrammen neu erfinden und fand schließlich ihren Weg in die bunten Seiten der Zeitungen - eine Entwicklung, die Kocku von Stuckrad "souverän (aber beschränkt auf Europa) nachgezeichnet", lobt unser Rezensent. Der Autor habe mit seinem Buch "neue Maßstäbe für die kulturhistorische Analyse der Astrologie gesetzt". Kritikwürdig findet Zander allerdings Stuckrads wohl etwas linkisch ausfallenden "Spagat zwischen Wissenschaftlichkeit und Popularität", der die Lesbarkeit gerade nicht verbessere.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2003
Obwohl der Name "Geschichte der westlichen Astrologie" treffender wäre, findet der Rezensent Ernst Horst, dass das an Laien gerichtete Buch gut zu lesen ist und "viel interessantes Material" enthält. Er lobt, dass die Vorstellung eines Laien von der Astrologie, die sich in der Regel auf das Geburtshoroskop einer Einzelperson beschränkt, durch eine andere Perspektive auf die Entstehung unserer Kultur erweitert wird. Dabei stößt der Rezensent auf für ihn viel Unbekanntes und Desillusionierendes. Dennoch kommt ihm für ein geschlossenes Bild die Geschichte der "Anti-Astrologie" zu kurz. Außerdem bemängelt er die "viel zu kurze" Einführung in die Grundlagen der Horoskoperstellung, wie zum Beispiel. das sehr knapp erläuterte Geburtshoroskop von Joschka Fischer, was die Neugierde des Rezensenten nicht erschöpfend befriedigt. In jedem Fall resümiert Rezensent Horst, dass man dieses Buch, "ohne rot zu werden", ins Regal stellen kann, weil der Autor "das Thema mit Samthandschuhen anfasst". Und schließlich: "Vielleicht ist ja doch was dran".
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