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Klappentext
Korruption hat sich in Deutschland metastasenartig ausgebreitet. Angestellte werden bestochen, Manager leiten Unsummen in die eigene Tasche und Politiker werden "beatmet", wie Schmieren im Jargon der Eingeweihten heißt. Ob Parteispenden oder Industrieskandale, ob schwarze Kassen oder Postenwirtschaft - das Monster, mit dem sich etliche Staatsanwälte derzeit rumzuschlagen haben, stammt nicht aus Sizilien oder Abu Dhabi; die Deutschen selbst haben es erschaffen. Hans Leyendecker spricht sogar von einem flächendeckenden Korruptionssystem - und zeigt, daß es eine ernsthafte Bedrohung für unser Land ist.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.07.2004
Mit der "Korruptionsfalle" ist Hans Leyendecker ein "wunderbares Lehrbuch über die vielen Gesichter des Machtmissbrauchs" gelungen, befindet Rezensent David Schraven, der dem Autor gern und ungern zugleich auf dessen "Deutschlandreise" durch die Bestechung gefolgt ist. Von der städtischen Wuppertaler Wohnungsbaugesellschaft GWG über den Mannesmann-Konzern bis hin zu den nordrhein-westfälischen Müllskandalen beleuchte Leyendecker die finanziellen Machenschaften anhand von offiziellen Ermittlungsquellen wie auch ergänzungsweise dank eigener Ermittlungen. Sogar vor seiner eigenen Zunft - den Journalisten - mache Leyendecker keinen Halt, doch das findet der Rezensent eindeutig überzogen, weil unverhältnismäßig. Leyendeckers These allerdings, dass es Korruption in allen gesellschaftlichen Kreise gibt, stimmt er zu und betont, dass diese Einsicht - und dieses Buch - den Leser nicht zur Verzweiflung und Resignation bringen, sondern seine Aufmerksamkeit schärfen und an seinen Widerstand - für den ihm "rechtsstaatliche Mittel" zu Verfügung stehen - appellieren will. Denn "wir können etwas gegen Korruption tun".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2003
Wenn der Rezensent mit dem Kürzel "ck" die Lektüre von Hans Leyendeckers Buch auch "ein wenig deprimierend" fand, so möchte ihn doch hoffnungsvoll stimmen, dass der Erfolg dieses Buches "mit den neuesten Erkenntnissen über die Bananenrepublik Deutschland" auf den Bestsellerlisten sich vor allem auf die "Neugier" der Leser darauf zurückführen lässt, ob es mit der Korruption in Deutschland "so sein und so bleiben muss", wie von Leyendecker beschrieben; letztlich also auf ihr Interesse an der Liste mit Vorschlägen dazu, wie die Korruption in Deutschland abgebaut werden könnte, die Leyendecker ans Ende seines Buches gestellt hat. Unter diesen Vorschlägen hebt der Rezensent unter anderem die beiden hervor, wonach die Finanzierung von Wahlkämpfen künftig dokumentiert und Ministerposten öffentlich ausgeschrieben werden sollten, und schließt: "Mal sehen, welche Partei mit der Umsetzung" dieser Punkte "anfängt".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2003
Hans Leyendecker, leitender politischer Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" und "einer der profiliertesten investigativen Journalisten" erweist sich in diesem Buch als vorbildlicher "Whistleblower", lobt der Rezensent Andreas Platthaus. So nennt man, erfahren wir, in England jene Bürger, die ohne Rücksicht auf eigene Interesse Hinweis auf Korruption in ihrer Umgebung geben. Leyendecker habe als Journalist zwar durchaus ein großes Interesse an der Aufdeckung solcher Fälle, dafür aber halte er zumindest gewissenhaft "alles Persönliche aus seinen Erörterungen heraus". Entscheidend "für den Befund über politische Sitten und Kultur" ist für ihn vielmehr, wie Platthaus aus dem besprochenen Band zitiert, die "gesellschaftliche Verarbeitung" von Korruptionsfällen. Und insofern scheint nicht zuletzt der Umstand, dass die Zahlungen von Kirch an Helmut Kohl schon wieder in Vergessenheit zu geraten drohen, Leyendecker besonders "gefuchst" , aber leider auch zu einer leicht übereilten Veröffentlichung dieses Buches veranlasst zu haben, meint Platthaus. Jedenfalls bemängelt Platthaus, dass das Buch "mit heißer Nadel gestrickt" sei und darum auch nicht mehr als "Zwischenrufe" zu bieten habe; auch weil viele der von Leyendecker recherchierten Fälle noch gar nicht abgeschlossen seien. Außer in der Einleitung dramatisiere Leyendecker die Situation jedoch immerhin nicht.
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