Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. Soll er seine wertvollsten Erinnerungen aufs Spiel setzen, indem er sie mit der Realität konfrontiert, oder doch lieber so bewahren, wie sie ihn die letzten 30 Jahre begleitet haben? Auf diese Frage muss Manuco Cisneros eine Antwort finden, als er in dieser Spelunke mitten in Texas die Gestalt des Don Pancho Malkovich, eines eigenwilligen Amerikaners mit dem ewigen Husten des Bergwerkingenieurs und einer Leidenschaft für italienische Opern, wieder aufleben lässt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2003
Dieser Roman um den auf sein Leben zurückblickenden peruanischen Literaturprofessor Don Pancho will witzig sein, vermutet der Rezensent Leopold Federmair, entscheidet jedoch, dass es bei diesem Wollen geblieben ist, und dass auch alles andere Gewollte nicht nur förmlich nach Anstrengung riecht, sondern auch nicht eingelöst wurde. In der Tat findet Federmair überhaupt nichts, was ihn in dieser "schiefen Konstruktion" überzeugt hätte. Und so gleicht Federmairs Besprechung eher einer Aufzählung von Überflüssigem und Unglaubwürdigem. Der erzählerische Rahmen dient nur zur Legitimation des Erzähler-Monologs, das "soziale Gewissen" von Don Pancho ist unglaubwürdig. Und wenn der Professor sich auch noch bemüht, seinen Rückblick mit dem sozialen Realismus des Autors Manuel Scorza in Verbindung zu bringen, sagt der entschlossene Rezensent schlicht Nein, denn Realismus heißt "Realitätsgehalt", und der ist bei Echenique so "dünn" wie die Luft in den Anden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2003
Walter Haubrich kann mit der Erzählung des peruanischen Autors, die im spanischen Original bereits 1990 erschienen ist, nicht viel anfangen. Er findet, sie gehört zu den "schwächeren Werken" des von ihm für seine Romane hochgeschätzten Alfredo Bryce Echenique. Die Geschichte spielt in einer texanischen Bar, in der ein Dozent seinen drei Kollegen aus seiner Jugend in Peru und von seinem damaligen amerikanischen Arbeitgeber slowenischer Herkunft erzählt, berichtet der Rezensent aus dem Inhalt. Haubrich kritisiert, dass zwar viele interessante Themen aufgegriffen werden, die zu "einigen zivilisationskritischen Reflexionen" hätten führen können, vom Autor aber leider nicht weiter ausgeführt würden. Zudem hat er von dem ausgeprägten Humor, für den Echenique bekannt ist, kaum mehr als "verrauchte Witzeleien" gefunden. Den Rezensenten stört zudem der "missmutige, griesgrämige Ton", der in der Erzählung dominiert und auch die Übersetzung überzeugt ihn nicht immer. Zumindest dem Wort aus der "Fäkalsprache", das fast auf jeder Seite fällt, hätte die Übersetzerin "entgegenarbeiten können", moniert Haubrich, der sich andererseits wundert, dass sie Wörter wie "Vals" nicht ins Deutsche übersetzt hat.
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