Herausgegeben für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften von Hans G. Hockerts und für das Bundesarchiv von Hartmut Weber.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2003
Als eine der "wichtigen Editionen zur neuesten Geschichte" würdigt Rezensent Bernd Sösemann die "Akten der Reichskanzlei", von der nun der dritte Band (1936) vorliegt. Die im Vergleich zu den ersten beiden Bänden geringere Dokumentenzahl führt er auf die im vierten Regierungsjahr weiter nachlassende Bedeutung der Reichskanzlei zurück. Insofern biete die Edition detaillierte Aufschlüsse über diejenigen bedeutenden Ereignisse des Jahres 1936, etwa die Olympischen Spiele, eher am Rande. Für Sösemann zeichnet sich die Edition vor allem dadurch aus, dass sie "thematisch breit, aber konzentriert einen differenzierten Gesamteindruck von der Reichskanzlei vermittelt." Die Aggressivität der Hitlerschen Außenpolitik, die Uminterpretationen wichtiger Politikbereiche sowie das Verhältnis von Partei und Staat, treten laut Sösemann hier "deutlich hervor". Alles in allem liefere der Band einen "tiefen und exemplarisch zu nennenden Eindruck" von Hitlers Diktatur aus der Perspektive der Reichskanzlei. Kritik übt er lediglich am Register, das Personen bei ihrer Erstnennung zur leichteren Orientierung hervorheben und auf beschönigende Begriffe verzichten sollte.
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