Dies ist die bis dato umfassendste Darstellung des Reggae, die Entstehung und Geschichte des Genres ausleuchtet. Lloyd Bradley sprach mit jedem Zeitzeugen, den er treffen konnte. Seine Recherchen führten ihn nach Jamaika und New York, nach Miami und in Teile von London, sowie "in die verborgensten Winkel meiner Plattensammlung". Bradley sprach mit nahezu allen relevanten Größen des Reggae: mit Bunny Lee von den Wailers und mit Prince Buster, Horace Andy, Lee Perry oder Burning Spear. Neben die mündliche Überlieferung der Protagonisten setzt er Analysen der sozialen und musikalischen Hintergründe. So nimmt er den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt, bei der es um Mord und Totschlag geht, um das Geschäft der großen Plattenfirmen, um Rassismus und Ganja-Paranoia.
Kompetente deutschsprachige Bücher zum Thema Reggae, weiß Andreas Hartmann, waren bislang Mangelware, trotz zunehmender Popularität des Genres. Die Übersetzung von "Bass Culture" sei also "zumindest ein Schritt in die richtige Richtung". Bradleys Buch sei die radikal subjektive Geschichtsschreibung eines Fans, die einen streng chronologischen Bogen spannt: von der Entstehung der Soundsystemkultur in den Fünfzigern - da hat Hartmann die "spannendsten Geschichten" gefunden - über die "Globalisierung des Reggae" via Bob Marley bis hin zur - aber nein! Mit Marleys Tod, konstatiert Hartmann enttäuscht, ist für Bradley, den Reggaekulturpessimisten, alles zu Ende; überall sehe er nur Niedergang und die negative, unethische, sexistische Energie von Dancehall. Nur noch "Schwanengesang" im letzten Teil des Buches. Einspruch, ruft Hartmann: Reggae ist "lebendig wie selten zuvor" - man denke nur an den On-U-Sound und die genreüberschreitenden Einflüsse auf Clubmusik. Und überhaupt sei Dancehall keine "Pervertierung" von Reggae, sondern seine "logische Entwicklung". "Bass Culture", so das Fazit, "ist unbedingt lesbar. Aber es verlangt auch unbedingt nach einer Ergänzung."
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