Mit zahlreichen Fotos und Dokumenten. Dieser Band beinhaltet erstmals die Jugendbriefe Mathilde Freuds und ist Biografie und Geschichten-Buch der Psychoanalyse in einem.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.08.2003
Michael B. Buchholz zeigt sich überaus angetan von diesem Buch Günter Göddes. Nicht nur erfährt man Interessantes über ein Mädchen um die Jahrhundertwende, das sich mit der Zeit von den damaligen, für Frauen geltenden Einschränkungen zu befreien wusste. Vielmehr erschließt dieser Band dem Leser auch eine neue Perspektive, was Freud angeht, der hier anhand zahlreicher verschiedener Quellen als einfühlsamer Familienvater in ein neues Licht gerückt wird, berichtet Buchholz. Dabei zeige sich, wie gut Gödde recherchiert habe und wie gewissenhaft und zurückhaltend er die Quellen behandele und sie in einen wesentlich weiteren Kontext einfüge. Eine "angenehme Lektüre" sei auf diese Weise entstanden, so der beglückte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2003
Die Briefe und Selbstzeugnisse Mathilde Freuds geben einen "bedeutsamen Einblick in die Adoleszenz einer jungen Frau aus bildungsbürgerlich-akademischem Milieu" Anfang des 20. Jahrhunderts, findet Christof Windgätter. So erfahre man vieles über das damalige Frauenbild sowie über Probleme der Partnerwahl, die sich insbesondere zwischen Juden und Nichtjuden ergaben. Denn Mathilde Freud betrieb über längere Zeit hinweg einen regen Briefwechsel mit einem jungen, nichtjüdischen Arztsohn, den sie, wie der Rezensent berichtet, 1901 im Sommerurlaub kennen gelernt hatte. Der Briefkontakt brach erst ab, als beide sich anderweitig verlobten, so Windgätter, woran Mathildes Vater Sigmund Freud nicht ganz unschuldig gewesen sei. Ihre Briefe in den historischen Kontext zu stellen, rechnet der Rezensent dem Herausgeber als Verdienst an.
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