Herausgegeben und kommentiert von Rainer Stamm. Mit einem Beitrag von Rainer K. Wick. Mit 175 Abbildungen. "Volkserziehung" war ein zentraler Begriff im Denken und Handeln von Karl Ernst Osthaus (1874-1921), einem der wichtigsten Sammler, Mäzene und Vermittler der Moderne. Vor diesem Hintergrund ist auch der Name des 1899 von ihm in Hagen gegründeten Museums zu verstehen: Das altgermanische "Folkwang" meint "Menschenwiese" oder "Versammlungsort" und verweist auf den starken pädagogischen Impetus des Mäzens. Seine Reden und Schriften veranschaulichen in ihrer Vielfalt die Entwicklung vom völkisch-konservativen Kulturpessimisten zum Impulsgeber umfassender Reformen des kulturellen, politischen Lebens. Die zahlreichen, zum Teil kaum bekannten Beiträge bieten eine besonderen Zugang zu den Denkfiguren rund um "Folkwang", "Werkbund" und "Arbeitsrat". Eine umfassende Bibliographie der im Druck erschienen Schriften findet sich am Ende des Bandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2003
Andreas Strobl weiß von einem recht widerspruchsvollen Menschen zu berichten: Karl Ernst Osthaus war ein reicher Erbe, der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts sein Geld für die Kunst und die Kunsterziehung gab und als erster Sammler Deutschlands Werke der internationale Moderne sowie außereuropäische Kunst erwarb und ausstellte. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, eine recht offensive national-patriotische Gesinnung zur Schau zu stellen. Ein "kreativer Utopist" mit antisemitischen Tendenzen also und damit, wie Strobl findet, ein Beispiel für die "Gespaltenheit dieser Generation". Diese werde auch in den gesammelten Schriften von Osthaus deutlich, die zwar nicht vollständig seien, aber doch ein "repräsentatives Panorama seines Schreiblebens" darstellten.
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