John Wyon Burrow

Die Krise der Vernunft

Europäisches Denken 1848-1914
Cover: Die Krise der Vernunft
Sequenzia Verlag, München 2003
ISBN 9783935300445
Kartoniert, 380 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen übersetzt von Burkhardt Wolf. Burrows virtuose Erzählung der europäischen Geistesgeschichte von den Revolutionen des Jahres 1848 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs lässt den Leser an den intellektuellen Auseinandersetzungen der Epoche teilhaben und macht ihn so zu einem "wohl unterrichteten Zeitgenossen". Vor dem geistigen Horizont des mittleren 19. Jahrhunderts - jener Periode, die (in den meisten europäischen Ländern) die Geburt der Demokratie und der modernen Metropole (in Gestalt von Berlin, Paris und London) erlebte - werden die natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Entwürfe der Zeit lebendig. Burrow erläutert schnelllebige und folgenreiche Zeitströmungen (Okkultismus, Evolutionstheorie, den Begriff des Unbewussten) und verknüpft das Geflecht von Vorstellungen und Agitationen mit dem Werk zahlreicher Erzähler, Dichter, Künstler, Dramatiker, Philosophen und Komponisten. Er lässt die meisten maßgeblichen - und viele der weniger bekannten - Figuren der Epoche zu Wort kommen: von Mill, Bakunin, Nietzsche, Bergson und Renan bis hin zu Dostojewski, Ibsen, Pater, Proust, Clough, Flaubert, Wagner oder Wilde.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2003

John Wyon Burrows "Die Krise der Vernunft" hat dem "upj." zeichnende Rezensent gut gefallen. Begrüßenswert findet er vor allem, dass Burrow, unbeeindruckt von akademischen Moden, Ideengeschichte in "guter alter englischer Manier" betreibe und auch den "großen erzählerischen Bogen" nicht scheue. Vor dem Hintergrund der europäischen Ideenlandschaft, so der Rezensent, zeichnet Burrow die großen Auseinandersetzungen und Verwerfungen zwischen den Revolutionen von 1848 und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges nach. Dabei erscheine das mittlere 19. Jahrhundert sowohl als Geburtsstunde der Demokratie als auch der modernen Großstadt. Evolutionstheorie, "Unbewusstes", Anarchismus kommen nach Auskunft des Rezensenten ebenso zur Sprache wie das neue "Ich", das sich in diversen Figurationen zeigte, die vom Künstler über den Komponisten bis zum philosophierenden Literaten und professionellen Nihilisten reichten.
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