Bücher der Saison
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Florian Illies
Generation Golf zwei
Klappentext
Illies konfrontiert uns in Generation Golf zwei mit der Quarterlife Crisis dieser so unentschiedenen Generation. Doch er stimmt dabei nicht in das allgemeine Klagelied ein. Die meisten seiner Altersgenossen haben das Gejammer sowieso längst satt und wollen endich wieder über sich selbst lachen. Illies liefert uns einen aktuellen Verkehrsbericht über die glamourösen Neunziger und die jetzt folgenden Crashtests.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2003
Obwohl die Argumentationslinien in Florian Illies' "Generation Golf zwei" nicht gerade stringent verliefen - "Illies bewegt sich mitunter auf einem Slalomkurs durch das Tal der Tempo-30-Zone" - hat der Rezensent mit dem Kürzel "owd" seinen Spaß an diesem vorgeblichen Generationsporträt der 30-40 jährigen. Das begründet "owd" vor allem damit, dass Illies "frei von Selbstmitleid", "mit trockenem Humor" und trotzdem "beobachtungsgenau" die Zukunftsängste der von der so genannten Quarter-Life-Crisis geplagten Menschen seziert. Damit habe Illies' Buch den vielen Büchern, die sich derzeit mit den Lebenskrisen dieser Generation auseinandersetzen, wenigstens eins voraus: Es spart sich die Larmoyanz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2003
Die Rezensentin dieser neuen Analyse der Generation Golf unter gewendeten ökonomischen Vorzeichen noch nicht einmal 17 Jahre alt, und doch findet sie sich in Florian Illies Beschreibungen wieder: Oft "war ich versucht, meinen Altersgenossen ein Stück aus dem Buch vorzulesen, um nun gemeinsam schmunzelnd oder nickend zusammenzusitzen", so Theresia Enzensberger. Zwar gibt es auch einiges, was sie an den Prioritätensetzungen der Generation Golf nicht nachvollziehen kann, zum Beispiel die Begeisterung für das Spekulieren an der Börse, überhaupt die Fixiertheit auf Geld. Aber in seiner Analyse des Generationen-Clashs zwischen 68ern und nachfolgenden Generation ist sie mit dem Autor einverstanden - auch sie weiß nicht so recht, wogegen sie rebellieren soll. Nur dass der Autor seine Meinung zum Irak-Krieg mitteilt, findet sie überflüssig. Und trotz aller Begeisterung für das Buch ist es auch irgendwie belanglos: "Eher hat man nach ein paar Tagen schon wieder vergessen, was man gelesen hat" - bei Theresia Enzensberger klingt das aber wie ein Kompliment.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.07.2003
Toralf Staud findet Florian Illies' Lamento "bestenfalls belanglos, gelegentlich peinlich". Der Rezensent findet die Bemerkungen des Autors zum 11. September deplaziert, weil er immer wieder in Plaudereien flüchtet, als sei sein Motto: "Ernsthaftigkeit ist uncool". Staud erzählt, dass die zu Schau getragene Desillusion selbstironisch wirken soll, aber nur gequält wirkt: "Die launige Sprache aus 'Generation Golf' die einem Leben zwischen Bravo, Nena und Nutella entsprang, passt nicht mehr zur veränderten Welt." Einen neuen Ton jedenfalls hat Illies für Staud nicht gefunden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2003
Jens Bisky glaubt, dass Florian Illies mit dem zweiten Teil seiner Bestandsaufnahme der "Generation Golf" die "Geborgenheit" zurückgibt, die sie in der Erleidung von "Kindern, Falten und Krisen" verloren hat. Allerdings, so der Rezensent in gespieltem Entsetzen, könne man anhand von Vergleichen der Register des ersten und zweiten Teils vermuten, dass "Schreckliches geschehen" sei, denn wo im ersten Buch "ein paar Marken und Namen" für Wiedererkennung sorgten, sind nun Begriffe wie "Abfindung", "Zonenrandgebiet" und "berichtigter Wertzuwachs" zu finden. Bisky erklärt den Autor zur "Mutter" seiner Generation und meint, die Fortsetzung seines "Gemeinschaft stiftenden" und damit so tröstlichen Buches sei eine Art "Harry Potter" für Erwachsene. Dem Rezensent geht es nicht darum, auf "mangelnden Ernst oder fehlenden Witz" aufmerksam zu machen, obwohl zu vermuten ist, dass er dies dem Buch durchaus anlastet. Was ihm dennoch als seltsam auffällt, ist das gänzliche Fehlen jeglicher "Erotik" in dieser Bestandsaufnahme, und das scheint ihm dann doch sehr bezeichnend für ein Lebensgefühl, das immer noch von den vorgewärmten Frotteebademänteln der Kindheit schwärmt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.07.2003
Vom "zeitgenössischen Heldenepos" zur "Losergeschichte" gewendet habe Illies seine fortgesetzte Generationsbeschreibung, doch das, schreibt Dirk Knipphals, sei ja schon rein erzähltechnisch zu erwarten und angesichts der realen Lage da draußen sowieso längst überfällig gewesen. Gespannt war er aber, was Illies daraus machen würde, ob er also auf Sinnstiftung setzt (aus Niederlagen lernen und so) oder etwa - genau, die Überschrift sagt schon alles: "Gegen die Wand gefahren". Er habe nichts anzubieten, der Herr Illies, abgesehen von einer Mischung aus "Aufguss" und "Selbstironisierung" und einem revidierten Bestand an "Signalwörtern". Auch ein neues "melancholisches Bewusstsein" sei zu vermelden. Der Punkt ist aber, meint Knipphals, dass man nur etwas gegen die Wand fahren kann, was so auch tatsächlich existiert. Doch sind nicht die Golf-Protagonisten längst in ganz verschiedene, keinesfalls nur melancholische Bewusstseins-Richtungen zerstäubt? Gibt es nicht tausend verschiedene Reaktionen auf die Rezession? Und sollte Illies nicht ein bisschen öfter als nur einmal "ich" sagen? Knipphals jedenfalls tut genau das und lacht sich ein wenig ins Fäustchen: "Florian Illies kriegt seine Welt nicht mehr zusammen" - und er selber hat nie dazugehört.
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