Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Auf der Insel Hiva Oa beginnt Gauguin "Vorher und Nachher" niederzuschreiben - einsam und bereits von der Krankheit gezeichnet. In locker aneinander gereihten Erinnerungen und Reflexionen, unterbrochen von erregten Einwürfen und lebhaften Beschreibungen, berichtet er von den Jugendjahren in Lima, seinen Fahrten zur See, den Aufenthalten in der Bretagne und auf Martinique. Paul Gauguin beschreibt das Zusammensein und die gemeinsame Arbeit mit Vincent van Gogh in Arles und schildert die Entstehung von dessen furchtbarer Nervenkrise. Immer wieder klingen in Gauguins Erinnerungen Zorn und Trauer über seine zerrüttete Ehe und den Verlust seiner Kinder durch, die fern von ihm in Kopenhagen leben. Oft frech und direkt erscheinen Gauguins Bemerkungen über seine berühmten Zeitgenossen, über Pissarro, Degas und Strindberg. Das erhoffte "Paradies" in der Südsee hat Paul Gauguin nach seiner Flucht aus Frankreich nicht finden können - auf der Seite der Eingeborenen kämpft er gegen die Kolonialherren. Nur sechs Wochen nach Vollendung seines Manuskripts stirbt Gauguin am 8. Mai 1903.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2003
Die feministische Kunstgeschichte sah in Gauguin, nicht zuletzt wegen seiner biografischen Aufzeichungen, einen "frühen Sextouristen mit pädophilen Neigungen", berichtet Claudia Lanfranconi leicht amüsiert. Dabei geht es in Gauguins nun wieder aufgelegten Lebenserinnerungen - in der Übersetzung Ernst-Erich Schwalbachs aus dem Jahr 1920 - nur am Rande um die freie Liebe in der Südsee, die Gauguin zwar einerseits preist, deren Missbrauch er aber auch mit der Zügellosigkeit der Missionare und Kolonialherren geißelt. Für Lanfranconi ist Gauguins Autobiografie mehr das Zeugnis eines ruhelosen Menschen, der in der Südsee das Paradies suchte und eine Karikatur des zivilisierten Europas fand, wie die Kritikerin schreibt. Fragmentarisch durchstreife Gauguin seine Lebensstationen, doch um Wahrheit und Fiktion auseinanderhalten zu können, müsse der Leser gut Bescheid wissen. Für Lanfranconi stellen Gauguins Memoiren das poetische Pendant zu seinem programmatischen Bild "Woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir?" dar, das nur scheinbar leicht rezipierbar sei, aber in Wahrheit ein "kunsttheoretisch aufgeladenes intellektuelles Puzzlespiel" bilde. Gauguin, schließt Lanfranconi, war kein naiver Romantiker, sondern ein strategisch malender und denkender Intellektueller, der auf dem Kunstmarkt gezielt Erfolge gesucht hat.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








