Wie wirkten Staat, Privatwirtschaft und Wehrmacht bei der Schaffung einer nationalsozialistischen Großraumwirtschaft zusammen? Wie wurden ökonomische Ziele durchgesetzt? Und welche? Die in diesem Band vereinten Spezialuntersuchungen schildern Kooperationen und Absprachen der wichtigsten Akteure im nationalsozialistischen System und stellen sie in Zusammenhang mit der deutschen Expansionspolitik. Deutlich wird, dass die deutsche Außenwirtschaftspolitik keineswegs immer militärische und kriegswirtschaftliche Forderungen durchzusetzen verstand. Methodisch führt der Band zu einer modernen Wissenschaftsdisziplin, die der Militärgeschichte wirtschafts- und technikhistorische Aspekte erschließt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2003
Sehr "lesenswert" findet Rezensent Constantin Goschler die aus fast drei Jahrzehnten stammenden Untersuchungen von Hans-Erich Volkmann zur "NS-Wirtschaftspolitik", die der Band "Ökonomie und Expansion" nun versammelt. Im Mittelpunkt sieht Goschler die Zusammenarbeit von Staat, Privatwirtschaft und Wehrmacht bei der Schaffung einer nationalsozialistischen Großraumwirtschaft im europäischen Rahmen. Wie Goschler ausführt, beschreibt Volkmann die wachsende Interessengemeinschaft zwischen der nationalsozialistischen Bewegung und wachsenden Teilen der deutschen industriellen und agrarischen Eliten, die allesamt eine liberale Weltwirtschaftsordnung ablehnten. Ziel der Expansionspolitik des "Dritten Reiches" sei eine vom Weltmarkt unabhängige nationale Handelspolitik in einem unter deutscher Herrschaft stehenden europäischen Großraum gewesen. "Eindrucksvoll" schildere Volkmann den sich selbst verzehrenden Wettlauf um Ressourcen, "als der sich die deutsche Expansion und der Zweite Weltkrieg darstellt".
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