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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Arbogast Schmitt

Die Moderne und Platon

Cover: Die Moderne und Platon

J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2003
ISBN-10 3476019497
ISBN-13 9783476019493
Gebunden, 600 Seiten, 69,95 EUR

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Klappentext

Der Bruch mit dem Mittelalter, aus dem sich die Moderne entwickelt hat, zeichnet sich durch eine umfassende Hinwendung zur Welt des empirisch Erfahrbaren und Individuellen aus. Diese Wende war eine Absage an Platons Vorstellung, es gebe eine eigene Wirklichkeit des Rationalen und Geistigen. Eine Auseinandersetzung auf gleichem Niveau mit dem "alten", von Platon ausgehenden Rationalitätsbegriff hielt schon die Renaissance nicht mehr für nötig. Dieser bis heute nicht eingelösten Aufgabe stellt sich dieses Buch und versucht, in einer Gegenüberstellung der Argumente für den Vorzug eines an der Theorie oder an der Praxis orientierten Lebens eine Verlust- und Gewinn-Bilanz zu geben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003

Nach der Lektüre von Arbogast Schmitts "Die Moderne und Platon" scheint Rezensent Wolfgang Bernard eine Revision der heute herrschenden Auffassung von Platon geboten. In einer "methodisch gut abgesicherten", "umfassenden" rezeptionsgeschichtlichen Aufarbeitung nimmt Schmitt die Rolle Platons in der Moderne unter die Lupe, berichtet Bernard. Dabei komme Schmitt zu dem "bestürzenden Resultat", dass bei der Entwicklung der neuen ästhetischen, psychologischen, naturwissenschaftlichen Theorien keine echte Auseinandersetzung mit Platons tatsächlicher Argumentation und Position stattgefunden habe. Vielmehr habe man sich lediglich von einem durch die Rezeptionsgeschichte, insbesondere (neo)stoisch verzerrten Bild Platons abgesetzt. Bernard hebt hervor, dass Schmitt nicht bei dieser historischen Analyse stehen bleibt, sondern detailliert die tatsächlichen Positionen Platons zu rekonstruieren versucht. Vielfach gelingt es dem Autor, nach Einschätzung des Rezensenten, Platon von rezeptionsgeschichtlichen Verstellungen zu befreien. "Überraschend" und "ganz anders" findet Bernard die Antworten, die ein solcher Platon zu diversen erkenntnistheoretischen, psychologischen, ethischen, gesellschaftstheoretischen, logischen, naturwissenschaftlichen Fragen auf Lager hat. "Sind unsere geistigen Fundamente womöglich ziemlich schlampig gelegt, sollten wir die Auseinandersetzung mit Platon (und auch mit Aristoteles) noch einmal in extenso führen?", fragt Bernard abschließend. Schmitts Buch legt das zumindest nahe.

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