Mit einem Beitrag von Elke Heidenrerich. Der Band gibt einen Einblick hinter die "Stolpersteine", die zur Erinnerung an die in der Nazizeit deportierten Juden, Kommunisten, Sinti und so weiter im gesamten Stadtbild mehr und mehr gesetzt werden. Anhand ausgewählter Menschen werden die jeweiligen Biographien erzählt, so "das Erinnern lebendig gemacht". Eine detaillierte Karte samt Legende gibt den Lesern die Möglichkeit, die einzelnen "Stolpersteine" zu erwandern. Elke Heidenreich erzählt in einer Geschichte ihre persönlichen Begegnungen mit den "Stolpersteinen" und darüber, welche Reaktionen diese bei ihr und bei Kölner Bürgern auslösen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.07.2003
"Stolpersteine" - das sollen die 1.300 Würfel sein, die der Künstler Gunter Demnig vor einigen Jahren in das Kölner Pflaster eingelassen hat, zur Erinnerung an jüdische Bewohner der Stadt, deren Spuren nach ihrer Deportation durch die Nazis ins Nichts verliefen. Wer ihnen nachgeht, betont Ingrid Müller-Münch in ihrer Besprechung, muss nicht nur Fleiß aufbringen, sondern auch Fantasie; wie sonst könne man Biografien skizzieren, "die fast nur aus Lücken bestehen"? Kirsten Serup-Bilfeldt hat diesen Versuch unternommen: Sie erinnert an Kölner Menschen - Nachbarn, Spielkameraden, Freunde - die plötzlich und für immer verschwanden und setzt ihnen, so die Rezensentin, "ein überaus lesenswertes und bewegendes Denkmal". Einigen von Tausenden, die aus Köln in die Todeslager verschleppt wurden, aus einer Stadt, die im Ruf steht, mehr Zivilcourage und Widerstand beherbergt zu haben als andere - eine Legende, der Elke Heidenreich in ihrem Vorwort den Boden entziehe. Nichts Ruhmreiches also - nur eine Aufforderung zum Stolpern.
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