Halil Gülbeyaz

Mustafa Kemal Atatürk

Vom Staatsgründer zum Mythos
Cover: Mustafa Kemal Atatürk
Parthas Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783932529498
Gebunden, 251 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Als junger nationalistischer Militär war Mustafa Kemal maßgeblich beteiligt, die Türkei in ihren heutigen Grenzen zu schaffen. Als Politiker betrieb er später eine Öffnung zur westlichen Welt, sorgte für die Abschaffung des Sultanats und die Gründung der Republik mit einer klaren Trennung von Staat und Religion. Er führte die lateinische Schrift ein, revolutionierte die Kleiderordnung und gab den Frauen das Wahlrecht. Er gewährte zahlreichen Flüchtlingen des faschistischen Europas Exil und modernisierte mit ihrer Hilfe das Schul- und Universitätswesen sowie das Gesundheitswesen. Gleichwohl verfolgte er Oppositionelle und ethnische Minderheiten im eigenen Land skrupellos. Bis heute führt das türkische Militär in den kurdischen Gebieten einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Halil Gülbeyaz stellt in dieser kritischen Biografie das Leben und Wirken eines der umstrittensten Politiker des 20. Jahrhunderts umfassend vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2003

Wolfgang Günther Lerch ist voll und ganz überzeugt von diesem ebenso lehrreichen wie lesbaren Buch über den türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk. Spannende und lebendig, meint Lerch, erzähle Halil Gülbeyaz den bewegten Lebenslauf dieses brennend ehrgeizigen Militärs, der seinen eisernen Willen einem ganzen Volk aufdrückte - zu dessen eigenem Vorteil allerdings. Für Lerch grenzt es auch nach der Lektüre ans Unglaubliche, wie es dieser Mann geschafft hat, seine Vorstellungen, die die gesamte türkische Kultur umwälzen sollten, in die Tat umzusetzen. Dankbar ist Lerch dem Autor, dass er auf allzu Anekdotisches und jegliche Lobhudelei verzichtet, ohne dabei Atatürks Schattenseiten zu verschweigen. Dass das Buch nicht "die große wissenschaftlich Biografie" geworden sei, wie Lerch einräumt, scheint ihm dabei gar nicht zum Nachteil zu gereichen. Denn Gülbeyaz zeige, so der FAZ-Kritiker, was historische Größe sein kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2003

Im Rahmen der Debatte um den EU Beitritt wird derzeit viel über die Türkei gesprochen. Daher verdiene im Moment jedes Buch zur türkischen Geschichte ein besonderes Interesse, findet Gustav Seibt. Von Halil Gülbeyaz Buch zu Atatürk ist er jedoch nicht so recht überzeugt. Der Autor schreibe "farbig und facettenreich", jedoch ohne hinreichende Hintergründe. "Einigermaßen atemlos" folge der Leser der Chronik, habe jedoch "die ganze Zeit das Gefühl, gar nicht recht zu verstehen, was vorgeht". Atatürks persönliche Motive bleiben im Dunkeln, bedauert Seibt, und der Autor zeichne auch kein Bild von der osmanisch-türkischen Welt, welche von Atatürk so umgeformt wurde. Das Buch "verdient Leser", erklärt Seibt, doch sollten diese zusätzlich ein Handbuch bereithalten.

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