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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 19.57 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michail Jelisarow

Die Nägel

Roman

Cover: Die Nägel

Reclam Verlag, Leipzig 2003
ISBN-10 3379008036
ISBN-13 9783379008037
Gebunden, 128 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Russischen übersetzt von Hannelore Umbreit. Die beiden Findelkinder Gloster und Bachatow, der eine bucklig, der andere aufgrund seines verbeulten Kopfes für debil erklärt, wachsen in einem Internat für geistig Behinderte auf. Es sind nicht die Mitinsassen, von denen sie Häme und Brutalität erfahren und selbst erlernen, sondern die Pfleger und die Heimleitung. Zwei Außenseiter gegen die wahnsinnige Realität und den realen Wahnsinn der heutigen Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2003

Schon wieder ein "neuer Stern am russischen Literaturhimmel", auch wenn's ein Ukrainer ist, der in Berlin lebt. Kerstin Holm ist Michail Jelisarow auf eine "zugleich tiefschürfende wie welterklärende Exkursion in die schrecklichen Randzonen des menschlichen Lebens und Erlebens" gefolgt, hinein in die Geschichte von "unzertrennlichen Monsterbrüdern", die als Findelkinder im Heim Bettnachbarn waren. Der eine ist bucklig und begabt, der andere stumpfsinnig und selbstzerstörerisch, und einer kann nicht ohne den anderen, denn beide sind Teil einer "Gesamtpersönlichkeit". Das sei "beklemmend real" und lasse die Romantik wiederaufleben, der auch die Rezensentin Tribut zollt: Jelisarow erzeuge ein "Wirrwarr elementarer und sublimer Triebe", der zu einem "monströsen Teufelsspuk" werde - "russischer Überlebenskampf" eben. Und sie deckt noch einen "Etikettenschwindel" auf: Der Roman sei nämlich gar keiner, sondern eigentlich das Kernstück eines "Buketts talentierter Kurzprosa".

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