Der 17. Juni 1953 ist ein Schlüsselereignis in der deutschen Nachkriegsgeschichte: Hunderttausende DDR-Bürger lehnten sich damals gegen das SED-Regime auf - vergebens. Sowjetische Panzer walzten den Aufstand nieder und retteten Walter Ulbricht und seine Genossen. Insofern war dieser 17. Juni eine unvollendete Revolution, allerdings mit Langzeitwirkung. Er wurde das Trauma der SED-Führung; seither saß ihr die Angst vor der eigenen Bevölkerung im Nacken und bestimmte weitgehend ihre Politik, die letztlich in den Untergang führte - trotz Mauer und Stasi. Als 1989 die Menschen erneut auf die Straße gingen, blieben die sowjetischen Panzer in den Kasernen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2003
War der 17. Juni der unvollendete Beginn einer 1989 erfolgreich abgeschlossenen Revolution gegen die Verhältnisse in der DDR? Diese These stellt Rolf Steininger in seinem Buch. Schon der Titel sei jedoch eine Mogelpackung, meint Cathrin Kahlweit in Ihrer gar nicht so wohlwollenden Rezension, denn das Buch fungiere "nur als Aufhänger für eine zum 50. Jahrestag passende Zeitreise". Als Gedankenstütze für diejenigen, welche anlässlich der vielen TV-Dokumentationen und Erinnerungen in der Tagespresse sei "das schmale Bändchen" immerhin tauglich. Ansonsten biete der Autor wenig Neues und zitiere nur Standardwerke über die DDR. Aber er sei ein Meister der "knackigen Zusammenfassung", so Kahlweit, wenn er etwa schreibe: "Die SED-Führungsclique hielt wenig von Demokratie."
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