Der 11. September ist kein Ausgangspunkt einer neuen Weltordnung. Die auf die globale Vorherrschaft der USA ausgerichtete Politik des Weißen Hauses benutzt dieses Datum vielmehr als Gelegenheit, ihren Anspruch als einzige Weltmacht zu zementieren: in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Folgen dieser Strategie sind die Entrechtlichung der Weltpolitik, die Entdemokratisierung der Sicherheitspolitik sowie die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und die Entmündigung der Zivilgesellschaft. Eine fundierte Analyse über die neue Dimension der Terrors und deren Einordnung in den weltpolitischen Kontext.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2003
Trotz einiger Abstriche ist Harald Müllers "Amerika schlägt zurück" für Rezensent Ulrich Teusch einer der "lesenswertesten Texte" auf dem inzwischen "gut bestückten" Markt aktueller USA-Studien. Müller versucht darin zu zeigen, so Teusch, dass die heute dominierenden Tendenzen amerikanischer Außenpolitik nicht allein auf die Erschütterungen vom 11. September zurückgehen, sondern sich bereits in der Ära Clinton ausbildeten und unter George W. Bush lediglich verschärften. Die Wirkung der Terroranschläge habe die bestehende Verhältnisse und Strukturen indes eher gefestigt. Teusch hebt hervor, dass Müller von der US-Regierung keine konstruktiven Beiträge zur Bewältigung der drängenden Probleme einer zunehmend komplexen Welt erwartet und stattdessen auf die inneramerikanische Opposition setzt. Er findet Müllers Buch im ganzen "informativ", "sachkundig" und "über weite Strecken überzeugend". Weniger gefallen hat ihn indessen die "irritierende Selbstsicherheit", mit der Müller seine Argumente vorträgt. Überhaupt neige Müller bisweilen zur "apodiktischen Entschiedenheit", "Überpointierung" und "plakativen Schwarz- Weiß Kontrastierung".
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